Forst erinnert an NS-Opfer und verlegt sieben Stolpersteine

LIVEBLOGDieser Eintrag ist Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Wochenende, 07. November / 08. November 2026“.Liveblog ansehen

Forst erinnert am 9. und 10. November an die Opfer des Nationalsozialismus. Im Mittelpunkt stehen das Gedenken an die Pogromnacht von 1938 und sieben neue Stolpersteine für die jüdische Familie Warschauer.

Gedenkveranstaltung am Montagabend

Am Montag, 9. November, lädt die Stadt um 18 Uhr zu einer öffentlichen Gedenkveranstaltung in die Uferstraße ein. Dort erinnert ein Gedenkstein am Standort der ehemaligen Synagoge an die jüdische Geschichte der Stadt und die Verbrechen der Nationalsozialisten. Die Pogromnacht jährt sich in diesem Jahr zum 88. Mal. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 zerstörten Nationalsozialisten in ganz Deutschland Synagogen, Geschäfte und Wohnungen jüdischer Menschen. Sie misshandelten, verhafteten und ermordeten zahlreiche Menschen. In Forst sprechen Pfarrer i. R. Ingolf Kschenka und Bürgermeisterin Simone Taubenek bei der Gedenkveranstaltung.

Sieben Stolpersteine für Familie Warschauer

Am Dienstag, 10. November, erinnert die Stadt mit sieben neuen Stolpersteinen an die jüdische Familie Warschauer. Um 10 Uhr werden zunächst vier Stolpersteine vor dem ehemaligen Wohn- und Geschäftshaus in der Cottbuser Straße 35a verlegt. Um 11.30 Uhr folgen drei weitere Stolpersteine vor dem Wohnhaus in der August-Bebel-Straße 8. Die kleinen Messingtafeln gehören zum Stolperstein-Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Sie erinnern an Menschen, die die Nationalsozialisten verfolgt, deportiert oder ermordet haben. Die Steine liegen vor den letzten frei gewählten Wohnorten der Betroffenen.

Schüler beschäftigen sich mit Geschichte der Familie

Zwischen den beiden Verlegungen stellen Schülerinnen und Schüler der Gutenberg Oberschule ihre Arbeit zur Familie Warschauer vor. Die Veranstaltung beginnt um 10.40 Uhr im Pausenraum der Schule. Die Jugendlichen haben im Rahmen eines Projektes Lebenswege recherchiert und Informationen über die einzelnen Familienmitglieder zusammengetragen.

Damit wollen sie die Geschichte der Familie sichtbar machen und einen eigenen Beitrag zur Erinnerungskultur in Forst leisten.

Mit den Veranstaltungen will Forst an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft erinnern und die Geschichten verfolgter und ermordeter Menschen bewahren. Die Stadt lädt Bürgerinnen und Bürger zu beiden Tagen ein. Gleichzeitig sollen die Veranstaltungen ein Zeichen gegen Antisemitismus, Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit setzen.

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Autor: Redaktion

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