An der BTU Cottbus-Senftenberg ist heute das neue Zentrum für Strukturwandel und Regionalentwicklung – kurz ZESTUR – offiziell gestartet. Rund 30 Wissenschaftler untersuchen dort künftig, wie sich der Strukturwandel in der Lausitz wirtschaftlich, gesellschaftlich und räumlich entwickelt. Der Bund fördert das Zentrum mit rund 18,2 Millionen Euro bis mindestens Mitte 2030.
Eröffnet wurde das ZESTUR im STARTBLOCK B2 unter anderem von BTU-Präsidentin Prof. Dr. Gesine Grande, dem Lausitzbeauftragten Dr.-Ing. Klaus Freytag und Vertreterinnen des Bundesforschungsministeriums.
ZESTUR untersucht mehr als die wirtschaftliche Seite
Beim Strukturwandel geht es für die Forschenden nicht nur darum, welche Unternehmen entstehen oder welche neuen Arbeitsplätze geschaffen werden. Untersucht wird auch, wie Menschen Veränderungen erleben, wie gesellschaftliche Teilhabe entsteht und wie Stadt- und Raumplanung Zugehörigkeit fördern kann. Dafür bündelt das ZESTUR sozialwissenschaftliche, wirtschaftliche und planerische Perspektiven. Sprecher des Zentrums sind Prof. Dr. Jan Schnellenbach und Prof. Dr.-Ing. Silke Weidner.
Fünf Forschungsbereiche für die Lausitz
Die wissenschaftliche Arbeit ist in fünf Themencluster gegliedert. Ein Bereich beschäftigt sich mit regionalen Innovationssystemen und der Frage, wie eine offenere und innovativere Wirtschaftsstruktur in der Lausitz entstehen kann. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Arbeitsmarkt: Wie verändert sich die Arbeitswelt durch Kohleausstieg und Strukturwandel? Hinzu kommen die Themen gesellschaftlicher Zusammenhalt und Teilhabe, die planerische Gestaltung von Lebensräumen sowie Demokratie und Migration. Ein zusätzliches Querschnittsprojekt untersucht regionale Identität und unterschiedliche Vorstellungen davon, wie die Zukunft der Lausitz aussehen soll.
Forschung gemeinsam mit Menschen aus der Region
Ein wichtiger Bestandteil des ZESTUR ist der Austausch mit Menschen, Unternehmen, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Das Zentrum will Forschungsfragen nicht ausschließlich innerhalb der Universität entwickeln, sondern gemeinsam mit Akteuren aus der Region. Dafür sollen unter anderem Reallabore, Zukunftswerkstätten und verschiedene Austauschformate genutzt werden.
Transformationsrat startet mit rund 50 Interessierten
Direkt nach dem offiziellen Auftakt kommt erstmals auch der Lausitzer Transformationsrat zusammen. Das Gremium soll das ZESTUR beraten, Forschungsthemen diskutieren und auf Bereiche hinweisen, bei denen aus Sicht der Region noch Fragen offen sind. Neben dem Transformationsrat sind weitere Formate geplant, darunter die „Zukunftsschmiede Lausitz“, Vernetzungsangebote und perspektivisch eine Anlaufstelle in der Cottbuser Innenstadt.
Blick auch auf andere Strukturwandelregionen
Die Forschenden wollen die Lausitz nicht isoliert betrachten. Geplant sind auch Vergleiche mit anderen europäischen und amerikanischen Strukturwandelregionen. Dadurch soll untersucht werden, welche Ansätze sich übertragen lassen und welche Besonderheiten die Lausitz auszeichnen. Gleichzeitig will das ZESTUR mit seiner Forschung international sichtbar werden und Expertise aus der Region für die Region bereitstellen.
Zum offiziellen Start ist auch die neue Internetseite unter zestur.de online gegangen.
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