Ein Spendenaufruf des Menschenrechtszentrums Cottbus soll die medizinische Versorgung in Syrien unterstützen. Nach Jahren des Krieges ist das Gesundheitssystem in weiten Teilen zerstört. Kliniken fehlen Geräte, Material und selbst die einfachste Grundausstattung.
Spendenaufruf nach Reise nach Syrien
Der Spendenaufruf folgt auf eine Reise des Vorsitzenden des Menschenrechtszentrums Cottbus, Dieter Dombrowski, Anfang Dezember nach Syrien. Die Eindrücke vor Ort sind erschütternd gewesen, denn in vielen Krankenhäusern funktioniert kaum noch etwas. Ärztinnen und Ärzte arbeiten mit minimalen Mitteln. Patientinnen und Patienten liegen auf dem Boden. Krankheiten und Verletzungen, die eigentlich behandelbar wären, enden oft tödlich.
Nach Angaben internationaler Stellen ist rund die Hälfte der medizinischen Infrastruktur in Syrien zerstört. Besonders dramatisch ist die Lage in der Stadt Homs. Im ehemaligen Nationalkrankenhaus standen früher 450 Betten zur Verfügung. Heute sind es noch 25. Von mehreren Gebäuden ist nur noch eines nutzbar. Wo einst Leben gerettet wurde, prägen heute Ruinen den Alltag.
Klinikpartnerschaft als Hoffnungsschimmer
Als konkrete Hilfe hat das Menschenrechtszentrum Cottbus eine Klinikpartnerschaft zwischen den Havelland-Kliniken und dem Krankenhaus in Homs vermittelt. Ziel ist es, medizinische Versorgung zumindest punktuell wieder zu stärken.
Zwischen Weihnachten und Silvester soll ein umfangreicher Hilfstransport nach Syrien gehen. Geplant sind drei Rettungswagen, Beatmungsgeräte, medizinische Technik und dringend benötigtes Verbrauchsmaterial.
Persönliche Schicksale machen Not sichtbar
Besonders bewegt hat Dombrowski das Schicksal des 14-jährigen Maher Albustani. Er wurde als Kleinkind durch eine Bombe schwer verletzt und verlor sein Augenlicht. Sein Vater war seitdem querschnittsgelähmt und ist kürzlich verstorben. Ärztinnen und Ärzte sehen nun die Chance, zumindest ein Auge operativ zu retten. In Syrien ist das nicht möglich. Der Spendenaufruf soll helfen, die Behandlung in Deutschland zu ermöglichen.
Für Dombrowski geht es um mehr als akute Nothilfe. Wer eines Tages in seine Heimat zurückkehren soll, brauche Perspektiven. Dazu gehören funktionierende Krankenhäuser, Hoffnung und Unterstützung von außen.
So könnt Ihr helfen
Spenden gehen an das Menschenrechtszentrum Cottbus e. V.
IBAN: DE92 1805 0000 3000 0414 50
BIC: WELADED1CBN
Verwendungszweck: SYRIEN
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Foto: Menschenrechtszentrum Cottbus e. V.




























