Der geplante Standort für ein neues Gaskraftwerk im Industriepark Schwarze Pumpe hat in der ersten Ausschreibungsrunde der Bundesnetzagentur keinen Zuschlag erhalten. Während sechs Zuschläge in die Lausitz gehen, bleibt Schwarze Pumpe diesmal außen vor. Die ASG Spremberg will deshalb die Entwicklung neuer Industrieflächen und die internationale Investorensuche weiter vorantreiben.
Sechs Zuschläge gehen trotzdem in die Lausitz
Die Bundesnetzagentur hat am 3. November die Ergebnisse ihrer ersten Ausschreibung für Langzeitkapazitäten veröffentlicht. Insgesamt vergab sie elf Zuschläge mit rund 5.160 Megawatt reduzierter Leistung. Vier Zuschläge entfallen auf Brandenburg und zwei auf Sachsen. Alle sechs Lausitzer Zuschläge gingen an die LEAG. Das Unternehmen plant vier neue Gaskraftwerksblöcke in Jänschwalde und zwei in Boxberg. Jeder dieser sechs Blöcke soll eine Leistung von 560 Megawatt erreichen. Einen weiteren Zuschlag erhielt die LEAG für ein Projekt im bayerischen Leipheim. Die neuen Anlagen sollen perspektivisch auch Wasserstoff nutzen können und spätestens Ende 2031 in Betrieb gehen. Die LEAG rechnet für alle sieben Projekte zusammen mit Investitionen von rund 1,5 bis zwei Milliarden Euro.
Schwarze Pumpe erhält vorerst keinen Zuschlag
Auch für den Industriepark Schwarze Pumpe hatte die LEAG ein neues Kraftwerk geplant. Die Flächen dafür hatte der Standort bereits vorbereitet. In der ersten Ausschreibungsrunde erhielt dieses Projekt jedoch keinen Zuschlag. Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier bezeichnet die Entscheidung für Schwarze Pumpe als bitter. Gleichzeitig will der Industriepark seine weitere Entwicklung nicht von einem einzelnen Kraftwerksprojekt abhängig machen. Die ASG Spremberg konzentriert sich deshalb auf neue Unternehmen und zusätzliche Industrieflächen.
Investorensuche läuft auch international
Besonders im sächsischen Teil des Industrieparks will die ASG neue Flächen entwickeln und gezielt Investoren ansprechen. Die designierte kaufmännische Geschäftsführerin Dr. Maria Marquardt kündigt dafür auch eine internationale Investorensuche an. Ziel bleibt es, neue Industrieunternehmen nach Schwarze Pumpe zu holen und damit langfristig Wertschöpfung und Arbeitsplätze am Standort zu sichern.
Die ASG Spremberg entwickelt und vermarktet den Industriepark Schwarze Pumpe und unterstützt Unternehmen bei Ansiedlungen in der Region Spremberg und Spreetal. Auch ohne den Kraftwerkszuschlag laufen am Standort bereits größere Investitionen. Die LEAG-Tochter MCR Lausitz hat 2026 ein neues Radsatz-Service-Center im Industriepark eröffnet. Das Unternehmen investierte rund elf Millionen Euro in die Anlage. Dort können jährlich bis zu 6.000 Radsätze von Schienenfahrzeugen instandgesetzt werden. MCR beschäftigt am Standort aktuell rund 250 Menschen. Auch der Veredlungsbetrieb der LEAG entwickelt neue Produkte. Eine neue Anlage soll den sogenannten Blend-Mischbrennstoff herstellen. Dabei kombiniert die LEAG Braunkohlenstaub mit einem biogenen Anteil aus Holzpellets. Die geplante Produktionskapazität liegt bei 300.000 Tonnen pro Jahr.
Bundesnetzagentur bereitet zweite Runde vor
Mit der ersten Ausschreibung ist das Verfahren noch nicht abgeschlossen. Die Bundesnetzagentur bereitet bereits eine zweite Ausschreibungsrunde für Langzeitkapazitäten vor. Den nächsten Gebotstermin will sie am 10. November bekanntgeben. Für Schwarze Pumpe steht damit zunächst aber eine andere Aufgabe im Mittelpunkt: Der Industriepark will neue Unternehmen gewinnen und bestehende Investitionen weiterentwickeln.
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