Ein verschwundenes Stück Parkgeschichte kehrt nach mehr als 50 Jahren zurück: Im Ostdeutschen Rosengarten in Forst wird die historische Wassernixe rekonstruiert. Die Skulptur soll noch in diesem Jahr wieder ihren ursprünglichen Platz im Pergolenhof auf der Wehrinsel einnehmen – direkt gegenüber dem bereits restaurierten „Mädchen mit Wasserkrug“.
Das Original der Figur gilt seit Jahrzehnten als verschollen. Möglich wird die Rekonstruktion durch eine private Spende.
Wassernixe gehörte schon 1913 zum Rosengarten
Die junge Frauenfigur stammt vom Cottbuser Bildhauer Walter Adler und wurde ursprünglich für die große Rosen- und Gartenbauausstellung von 1913 geschaffen. In historischen Quellen wird sie neben „Wassernixe“ auch als „Nymphe“ oder „Mädchen mit Frosch“ bezeichnet.
Wie lange das Original tatsächlich im Park stand, lässt sich heute nicht mehr vollständig nachvollziehen. Der bislang letzte bekannte fotografische Nachweis stammt aus dem Jahr 1971. Danach verliert sich die Spur der Figur.
Rekonstruktion entsteht nach alten Fotos
Von der ursprünglichen Skulptur sind weder erhaltene Teile noch alte Gussformen gefunden worden. Deshalb musste die Wassernixe anhand weniger historischer Fotografien komplett neu aufgebaut werden. Dafür entstand zunächst ein Tonmodell, das inzwischen geprüft und freigegeben wurde.
Im nächsten Schritt wird daraus eine Form hergestellt. Anschließend soll die Figur mit einem speziellen Betongussverfahren neu entstehen. Die Arbeiten übernimmt wie schon beim „Mädchen mit Wasserkrug“ die Firma Stuckhaus Scherf und Ritter aus Waldenburg.
Historischer Sockel ist noch vorhanden
Ein wichtiger Teil des ursprünglichen Ensembles hat die Jahrzehnte dagegen überstanden. Der alte Sockel der Wassernixe befindet sich noch immer an seinem historischen Standort im Pergolenhof. Für die Rückkehr der Figur hat er bereits ein neues Betonfundament bekommen.
Die fertige Skulptur soll nach aktuellem Zeitplan bis Ende September 2026 aufgestellt werden.
Auch das Umfeld der Figur soll wieder passend gestaltet werden. Die Pflanzungen rund um die Wassernixe sind für das 5. deutsch-polnische Parkseminar am 10. Oktober vorgesehen. Damit bekommt der Pergolenhof nach und nach wieder Elemente seiner historischen Gestaltung zurück.
Walter Adler prägte den Rosengarten
Der Bildhauer Walter Adler hat mehrere bis heute bekannte Kunstwerke im Ostdeutschen Rosengarten geschaffen. Neben den beiden Frauenfiguren stammen unter anderem der Bärenbrunnen auf der Wehrinsel, der Rosenbrunnen mit Flora am historischen Haupteingang sowie der Schlangenbrunnen mit dem wasserschöpfenden Knaben aus seiner Werkstatt.
Die Eröffnung der Rosen- und Gartenbauausstellung von 1913 erlebte Adler selbst nicht mehr. Der Cottbuser Bildhauer starb bereits im Oktober 1912.
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Foto: Diana Priel

























