Die Bodenrichtwerte in Cottbus sind innerhalb von zehn Jahren deutlich gestiegen. Zwischen Anfang 2016 und Anfang 2026 legten die Werte für Wohnbauflächen laut einer aktuellen Auswertung des Unternehmens Grundradar um 60 Prozent zu. Nach Abzug der Inflation bleibt ein Plus von 22 Prozent. In den vergangenen vier Jahren hat sich die Entwicklung allerdings umgekehrt.
Grundlage sind amtliche Daten aus BORIS Brandenburg. Für den Zehnjahresvergleich wurden 45 vergleichbare Bodenrichtwertzonen in Cottbus untersucht.
Bodenrichtwerte in Cottbus: Deutlicher Anstieg seit 2016
Die von Grundradar ausgewerteten Bodenrichtwerte zeigen, wie sich die durchschnittlichen Bodenwerte in vergleichbaren Wohngebieten verändert haben.
Von Anfang 2016 bis Anfang 2026 stiegen die Werte im Median um 60 Prozent. Im gleichen Zeitraum erhöhten sich die Verbraucherpreise um 31,2 Prozent. Inflationsbereinigt ergibt sich damit ein realer Wertzuwachs von 22 Prozent.
Der mittlere Bodenrichtwert der vergleichbaren Zonen lag Anfang 2016 bei 55 Euro pro Quadratmeter. Anfang 2026 waren es 85 Euro pro Quadratmeter.
In allen 45 untersuchten Zonen stiegen die Bodenrichtwerte nominal. In 39 Zonen fiel der Anstieg höher aus als die Inflation. In sechs Zonen blieb er dahinter zurück.
Seit 2022 sind die Grundstückswerte real gesunken
Während der langfristige Vergleich noch einen deutlichen Zuwachs zeigt, sieht die Entwicklung seit 2022 anders aus.
Zwischen Anfang 2022 und Anfang 2026 veränderten sich die Bodenrichtwerte in den 50 vergleichbaren Zonen im Median nominal überhaupt nicht.
Da die Verbraucherpreise in diesem Zeitraum weiter gestiegen sind, ergibt sich inflationsbereinigt ein Rückgang von 14,3 Prozent.
Laut Grundradar erreichten die realen Bodenrichtwerte in Cottbus 2022 ihren Höchststand und sind seitdem gesunken.
Große Unterschiede innerhalb von Cottbus
Nicht alle Wohngebiete haben sich gleich entwickelt. Beim Vergleich von 2016 bis 2026 liegt die Obergrenze des Zehntels mit den geringsten nominalen Zuwächsen bei 30,3 Prozent.
Das Zehntel mit den stärksten Anstiegen beginnt dagegen erst bei 119,3 Prozent.
Welche Stadtteile besonders stark oder schwach zugelegt haben, lässt sich aus der vorliegenden Auswertung allerdings nicht ableiten. Grundradar untersucht vergleichbare Bodenrichtwertzonen und erstellt daraus keine Rangfolge der Cottbuser Stadtteile.
Cottbus liegt vor dem Nachbarkreis Spree-Neiße
Im Vergleich mit den angrenzenden Landkreisen fällt der langfristige nominale Anstieg in Cottbus höher aus.
Während die Bodenrichtwerte in Cottbus seit 2016 um 60 Prozent gestiegen sind, verzeichnet der Nachbarkreis Spree-Neiße ein Plus von 15,4 Prozent.
Unter 16 vergleichbaren Landkreisen und kreisfreien Städten in Brandenburg liegt Cottbus laut der Auswertung auf Rang zehn. Der mittlere nominale Zuwachs dieser Vergleichsgruppe beträgt 142,9 Prozent.
Was Bodenrichtwerte für Grundstückseigentümer bedeuten
Ein Bodenrichtwert ist ein durchschnittlicher Wert für Grundstücke innerhalb einer bestimmten Zone. Er wird vom zuständigen Gutachterausschuss anhand tatsächlicher Kaufpreise ermittelt.
Der Wert sagt allerdings nicht aus, wie viel ein einzelnes Grundstück tatsächlich kostet oder welchen Verkehrswert es besitzt.
Die Untersuchung von Grundradar basiert auf den amtlichen Bodenrichtwerten aus BORIS Brandenburg und den Inflationsdaten des Statistischen Bundesamtes. Für die am 27. September 2026 korrigierte Fassung wurden die Daten neu berechnet.
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