Beim Elbe-Elster-Klinikum gibt es einen überraschenden Führungswechsel: Geschäftsführer Michael Winkler ist mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden worden. Das hat der Landkreis Elbe-Elster mitgeteilt.
Führungswechsel am Elbe-Elster-Klinikum
Nach Angaben des Landkreises wurde der Schritt nach gründlicher Abwägung der aktuellen Lage getroffen. Ziel sei es, die geordnete und zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Klinikums zu sichern.
Landrat Marcel Schmidt erklärte, er trage als Gesellschaftervertreter Verantwortung für die Zukunft des Klinikums und für die stationäre medizinische Versorgung im Landkreis. Aus seiner Sicht seien notwendige Weichenstellungen nicht ausreichend an die aktuellen Anforderungen angepasst worden.
Hintergrund ist auch ein Kreistagsbeschluss aus dem vergangenen Jahr, der eine entsprechende Weiterentwicklung des Klinikums vorsieht.
Klinikum steht seit längerem unter Druck
Das Elbe-Elster-Klinikum befindet sich seit längerer Zeit in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Die bisherigen drei Standorte sollen ihr Angebot künftig einschränken. Gleichzeitig ist ein großes zentrales Krankenhaus geplant. Damit steht das Klinikum vor einer weitreichenden Neuaufstellung.
Michael Winkler war Ende 2023 vom Kreisausschuss zum Geschäftsführer berufen worden. Er folgte damals auf Michael Neugebauer, der zuvor abberufen worden war.
Mirko Papenfuß übernimmt vorübergehend
Die Geschäftsführung übernimmt zunächst Mirko Papenfuß als Interimsgeschäftsführer.
Der Landkreis beschreibt ihn als erfahrenen Krankenhaus-Manager mit Führungserfahrung in verschiedenen Kliniken. Er soll nun die Lage analysieren und gemeinsam mit dem Team sowie den zuständigen Gremien Schritte für eine stabile Entwicklung des Klinikums vorbereiten.
Parallel will der Landkreis ein transparentes und rechtssicheres Ausschreibungsverfahren auf den Weg bringen, um die Geschäftsführung dauerhaft neu zu besetzen.
Kritik aus dem Kreistag
Die Entscheidung sorgt allerdings auch für Kritik.
Die CDU/HZ-Fraktion im Kreistag Elbe-Elster äußerte noch am Donnerstag Bedenken zur Art der Abberufung. Fraktionsvorsitzender Sebastian Loos verwies darauf, dass Interimsgeschäftsführer Papenfuß zum Sana-Konzern gehöre.
Loos befürchtet, dass damit eine schrittweise Privatisierung des Klinikums vorbereitet werden könnte. Er fordert deshalb vollständige Aufklärung über die Hintergründe und das weitere Vorgehen.
Wie genau die Neubesetzung der Geschäftsführung abläuft und welche Schritte Interimsgeschäftsführer Mirko Papenfuß einleitet, soll sich in den kommenden Wochen zeigen.
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