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Integration in Brandenburg: Neues Lagebild zeigt klare Trends

LIVEBLOGDieser Eintrag ist Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Dienstag, 4. August 2026“.Liveblog ansehen

Brandenburg hat erstmals ein umfassendes, datenbasiertes Lagebild zu Integration und Zuwanderung veröffentlicht. Der Bericht zeigt: Migration ist im Land längst kein Randthema mehr, sondern prägt Arbeitsmarkt, Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft zunehmend mit.

Erarbeitet wurde die Analyse im Auftrag des Landes von der Minor Wissenschaft GmbH. Die Ergebnisse sollen nun innerhalb der Landesregierung beraten werden und in die Diskussion um ein geplantes Landesintegrationsgesetz einfließen.

Integration bekommt erstmals breite Datengrundlage

Der zuständige Minister René Wilke sieht in dem Bericht eine wichtige Grundlage für die künftige Politik. Aus seiner Sicht zeigt das Lagebild, was in Brandenburg bereits funktioniert und wo noch Handlungsbedarf besteht.

Der Bericht macht deutlich: Die ausländische Bevölkerung in Brandenburg hat sich innerhalb eines Jahrzehnts mehr als verdreifacht. Trotzdem lag ihr Anteil im Jahr 2024 mit 7,2 Prozent weiter deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 14,8 Prozent.

Arbeitsmarkt profitiert von Zuwanderung

Besonders deutlich wird die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Ausländische Beschäftigte machen inzwischen 11,8 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Brandenburg aus. Damit liegt ihr Anteil an den Beschäftigten sogar über ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung.

Der Bericht zeigt außerdem, dass der Rückgang deutscher Beschäftigter durch den Zuwachs ausländischer Arbeitskräfte nahezu vollständig ausgeglichen wird.

In manchen Bereichen ist die Bedeutung besonders groß: In der Arbeitnehmerüberlassung stellen ausländische Staatsangehörige mit 66,2 Prozent bereits die Mehrheit der Beschäftigten. In der Metall- und Elektroindustrie stieg die Zahl der Beschäftigten aus Asylherkunftsländern zwischen 2022 und 2024 um 127,8 Prozent.

Gleichzeitig benennt der Bericht auch Probleme. Ausländische Vollzeitbeschäftigte verdienen im Median rund 550 Euro weniger als der brandenburgische Durchschnitt. Außerdem arbeiten viele von ihnen in Branchen, die wirtschaftlich besonders schwankungsanfällig sind.

Zahlen widerlegen Vorurteile

Das Lagebild räumt auch mit einigen verbreiteten Annahmen auf. So zeigt der Bericht, dass Geflüchtete nicht automatisch dauerhaft im Sozialleistungsbezug bleiben. Die Arbeitslosenquote unter Menschen aus Asylherkunftsländern sank von 75,6 Prozent im April 2016 auf 33,1 Prozent im Jahr 2021.

Auch bei ukrainischen Staatsangehörigen ist Bewegung zu sehen: Ihre Beschäftigungsquote hat sich seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Jahr 2022 mehr als verdoppelt.

Ein weiteres Signal liefert die Nachfrage nach Sprach- und Integrationsangeboten. Die Zahl der Teilnehmenden an Integrationskursen stieg in Brandenburg von 1.437 im Jahr 2021 auf 8.676 im Jahr 2023. Zeitweise war die Nachfrage nach Deutschkursen sogar größer als das Angebot.

Brandenburgs Hochschulen ziehen internationale Studierende an

Im Bildungsbereich zeigt der Bericht eine besondere Entwicklung. Brandenburg hat mit 26,2 Prozent den höchsten Anteil ausländischer Studierender aller deutschen Bundesländer. Fast die Hälfte von ihnen studiert Ingenieurwissenschaften.

Auch für die berufliche Ausbildung spielen Zugewanderte eine immer größere Rolle. Ohne den wachsenden Anteil ausländischer Bewerberinnen und Bewerber wären die Ausbildungszahlen im Land rückläufig.

Gleichzeitig wird im Schulbereich eine deutliche Ungleichverteilung sichtbar: An Oberschulen liegt der Anteil zugewanderter Schülerinnen und Schüler bei 12,9 Prozent, an Gymnasien dagegen nur bei 5,4 Prozent.

Unterschiedliche Gruppen, unterschiedliche Bedürfnisse

Der Bericht betont, dass Zuwanderung nach Brandenburg sehr unterschiedlich aussieht. Dazu gehören unter anderem polnische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, ukrainische Arbeitskräfte, Geflüchtete, internationale Studierende und Menschen, die über Ausbildung oder Arbeit nach Brandenburg kommen.

Entsprechend unterschiedlich sind auch die rechtlichen Rahmenbedingungen und Unterstützungsbedarfe. Genau diese Differenzierung soll nun helfen, Integrationspolitik gezielter auszurichten.

Die Landesregierung will die Ergebnisse des Lagebildes nun weiter beraten. Sie sollen in die Arbeit am geplanten Landesintegrationsgesetz einfließen. Ziel ist eine Politik, die stärker auf Daten, konkrete Entwicklungen und die unterschiedlichen Lebenslagen zugewanderter Menschen setzt.

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Autor: Redaktion

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