Brandenburg will im Kampf gegen den akuten Lehrermangel verstärkt Lehrerinnen und Lehrer aus anderen Bundesländern gewinnen. Bildungsminister Gordon Hoffmann setzt dabei vor allem auf die gestiegenen Bezüge für verbeamtete Lehrkräfte. Gleichzeitig bleibt die Personalsituation an den Schulen angespannt.
Höhere Bezüge sollen Brandenburg attraktiver machen
Brandenburgs Bildungsminister Gordon Hoffmann hofft auf mehr Bewerbungen von Lehrkräften aus anderen Bundesländern. Ein wichtiges Argument seien die verbesserten Bezüge für verbeamtete Lehrer. Nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts seien diese teilweise deutlich gestiegen.
Minister sieht Chancen in anderen Bundesländern
Nach Angaben des Bildungsministers gibt es Bundesländer, die nicht mehr alle ausgebildeten Lehrkräfte einstellen können. Gründe seien dort unter anderem bereits besetzte Stellen und sinkende Schülerzahlen. Hoffmann hofft deshalb, dass sich Lehrer die neuen Gehaltstabellen in Brandenburg ansehen und einen Wechsel in Betracht ziehen. Die höheren Bezüge könnten damit zu einem wichtigen Vorteil im Wettbewerb um qualifiziertes Personal werden.
Lehrermangel in Brandenburg bleibt akut
Der Lehrermangel in Brandenburg stellt das Land vor einem schwierigen neuen Schuljahr. An einigen Schulen ist noch nicht vollständig abgesichert, ob alle vorgesehenen Unterrichtsstunden erteilt werden können. Teilweise müssen Klassen zusammengelegt oder Stundenpläne angepasst werden. Besonders angespannt ist die Lage an Schulen in ländlichen Regionen. Dort ist es häufig schwieriger, offene Stellen zu besetzen.
250 zusätzliche Lehrerstellen geplant
Die Koalition aus SPD und CDU will dem Lehrermangel mit 250 zusätzlichen Lehrerstellen begegnen. Zuvor war die Zahl der Lehrkräfte unter der früheren Koalition aus SPD und BSW aus Spargründen um 345 Vollzeitstellen gesenkt worden. Die neuen Stellen sollen nun dazu beitragen, den Unterricht besser abzusichern. Entscheidend bleibt allerdings, ob sich genügend qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber finden.
Lehrkräfte unterrichten bereits eine Stunde mehr
Neben der Suche nach zusätzlichem Personal wurden auch die bestehenden Lehrkräfte stärker belastet. Seit dem zweiten Schulhalbjahr müssen Lehrer in Brandenburg aus Spargründen eine Unterrichtsstunde mehr pro Woche geben. Deshalb soll die geplante Erhöhung der Wochenarbeitszeit für Beamte von 40 auf 41 Stunden für Lehrkräfte keine weitere zusätzliche Pflichtstunde bedeuten.
Höhere Gehälter allein lösen das Problem nicht
Ob die verbesserten Bezüge tatsächlich mehr Lehrkräfte aus anderen Bundesländern nach Brandenburg bringen, bleibt abzuwarten. Die zusätzlichen Stellen und höheren Gehälter können die Attraktivität des Schuldienstes steigern. Der akute Lehrermangel dürfte sich damit jedoch nicht kurzfristig vollständig beheben lassen. Brandenburg steht deshalb weiter vor der Aufgabe, neue Lehrkräfte zu gewinnen und gleichzeitig das bereits vorhandene Personal an den Schulen zu halten.
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