Die Sperrung zahlreicher Wasserwege im Unterspreewald sorgt für wachsende Unruhe bei Tourismusbetrieben und Gästen. Die Industrie- und Handelskammer Cottbus fordert deshalb schnelle Entscheidungen, zusätzliche Ressourcen und einen verbindlichen Zeitplan für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners.
Rund die Hälfte der schiffbaren Gewässer betroffen
Nach Angaben des Landes Brandenburg ist derzeit rund die Hälfte der schiffbaren Gewässerflächen im Unterspreewald von Einschränkungen betroffen. Die Sperrungen fallen mitten in die touristische Hauptsaison. Davon betroffen sind unter anderem Kahnfährbetriebe, Bootsverleiher, Hotels, Gaststätten und weitere touristische Anbieter. Viele Gäste seien inzwischen verunsichert. Nach Angaben der IHK fragen Urlauber bei den Betrieben nach, ob Reisen in den Spreewald weiterhin möglich sind und ob Boote oder Fahrräder ausgeliehen werden dürfen.
IHK warnt vor wirtschaftlichen Folgen
Der Vorsitzende des Tourismusausschusses der IHK Cottbus, Dirk Meier, sieht bereits jetzt einen erheblichen Schaden für das Image der Region und die betroffenen Unternehmen. Der Schutz von Gästen, Beschäftigten und Anwohnern müsse zwar an erster Stelle stehen. Gesundheitsschutz und Tourismus dürften jedoch nicht gegeneinander ausgespielt werden. Meier kritisiert zudem, dass die bisherigen Einschränkungen aus Sicht der Wirtschaft nicht ausreichend nachvollziehbar seien. Es müsse geklärt werden, warum bestimmte Wasserwege gesperrt werden und wie mit möglichen Gefahren an Radwegen, Hotelanlagen oder in Wohngebieten umgegangen wird. Auch die Frage nach einer möglichen Entschädigung für betroffene Unternehmen sei bislang offen.
Verbindlicher Zeitplan für den Unterspreewald gefordert
Die IHK Cottbus verlangt von der Landesregierung und den zuständigen Behörden eine schnelle und abgestimmte Lösung. Notwendig seien zusätzliches Personal, ausreichende finanzielle Mittel und zügige Maßnahmen entlang der Gewässer. Ziel müsse sein, die Sicherheit für Gäste, Beschäftigte und Anwohner zu gewährleisten. Gleichzeitig solle die touristische Infrastruktur im Unterspreewald so schnell wie möglich wieder vollständig genutzt werden können. Die angekündigten Maßnahmen kämen aus Sicht der Wirtschaft spät. Umso wichtiger seien jetzt Schnelligkeit, Wirksamkeit und eine klare Kommunikation.
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