Brandenburg liegt beim Risiko durch Cyberkriminalität im bundesweiten Mittelfeld. Besonders auffällig ist aber die Aufklärungsquote: Mit 89 Prozent erreicht das Land laut einer Analyse den höchsten Wert aller Bundesländer.
Untersucht wurden Straftaten mit dem Tatmittel Internet. Grundlage der Auswertung sind Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik des BKA sowie Angaben der Bundesagentur für Arbeit zum Fachkräftemangel im Bereich Cybersicherheit.
Cyberkriminalität in Brandenburg nimmt zu
Laut Analyse von BrokerChooser kommt Brandenburg auf einen Risikowert von 7,02 von 10. Damit landet das Land auf Platz neun im Bundesländervergleich.
Im Jahr 2025 wurden in Brandenburg 383,5 Fälle von Cyberkriminalität pro 100.000 Einwohner registriert. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Fallzahlen um 12,3 Prozent. Das zeigt: Die digitale Bedrohungslage nimmt auch in Brandenburg weiter zu.
Der Anteil der nur versuchten Straftaten lag bei 3,2 Prozent und damit deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 8,2 Prozent.
Brandenburg klärt besonders viele Fälle auf
Positiv fällt die Aufklärungsquote auf. In Brandenburg wurden 89 Prozent der registrierten Fälle aufgeklärt. Das ist laut Analyse der höchste Wert aller Bundesländer und liegt klar über dem Bundesdurchschnitt von 62,6 Prozent.
Auch bei Online-Betrug steht Brandenburg vergleichsweise stabil da. Im Jahr 2025 wurden 120,2 Betrugsfälle mit dem Tatmittel Internet pro 100.000 Einwohner erfasst. Diese Fälle machten 31,3 Prozent aller Cybercrime-Fälle in Brandenburg aus – der niedrigste Anteil aller Bundesländer in der Untersuchung.
Zudem gingen die Online-Betrugsfälle im Vergleich zum Vorjahr um 13,1 Prozent zurück. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich lag bei 85,8 Prozent.
Fachkräftemangel bleibt ein Risiko
Ein Problem bleibt der Mangel an Fachkräften für Cybersicherheit. Laut Analyse weisen 55,6 Prozent der ausgeschriebenen Cybersecurity-Stellen in Brandenburg eine hohe Vakanzzeit auf.
Das kann für Unternehmen, Behörden und Einrichtungen zum Risiko werden. Denn je länger wichtige IT-Sicherheitsstellen unbesetzt bleiben, desto schwieriger wird es, Systeme schnell und wirksam gegen Angriffe abzusichern.
Anlagebetrug bleibt besonders gefährlich
Ein besonderes Risiko sehen die Experten beim Kapitalanlage- und Anlagebetrug. Bundesweit lag die Aufklärungsquote in diesem Bereich 2025 nur bei 28,8 Prozent.
In Brandenburg wurden 2025 insgesamt 17 Fälle von Kapitalanlage- und Anlagebetrug registriert. Davon wurden 76,5 Prozent aufgeklärt. Damit liegt Brandenburg in diesem Bereich deutlich über dem Bundesdurchschnitt.
Die Experten raten Anlegerinnen und Anlegern, Anbieter vor einer Investition genau zu prüfen. Besonders wichtig sei, ob ein Anbieter bei der BaFin oder einer anderen anerkannten Aufsichtsbehörde registriert ist. Vorsicht ist vor allem bei unaufgeforderten Angeboten über soziale Netzwerke, Messenger oder professionell wirkende Online-Plattformen geboten.
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