Wie funktioniert die Wärmeversorgung der Zukunft? Welche Berufe entstehen durch die Energiewende? Und wie können Jugendliche die Entwicklung ihrer Region mitgestalten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das neue Projekt NEZ Lausitz – Nachhaltige Energiezukunft des Fraunhofer IEG in Cottbus.
Energieberufe sollen für Jugendliche greifbar werden
Die Lausitz verändert sich. Mit dem Umbau der Energieversorgung entstehen neue Anforderungen an Unternehmen, Kommunen und Fachkräfte. Das Projekt NEZ Lausitz will Jugendlichen zeigen, welche beruflichen Möglichkeiten damit verbunden sind. Dabei geht es nicht nur um Theorie. Schülerinnen und Schüler sollen erleben, wie moderne Technologien funktionieren und welche Aufgaben in Energieunternehmen, Ingenieurbüros oder bei der Planung neuer Wärmeversorgungssysteme entstehen.
Laut Professorin Tanja Kneiske vom Fraunhofer IEG sollen Junge Menschen die Energietransformation nicht nur verstehen, sondern auch aktiv mitgestalten können.
Virtual Reality und Ausflüge statt nur Unterricht
Das Projekt richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 13 im brandenburgischen Teil der Lausitz. Mit digitalen Lernformaten, Virtual Reality, Exkursionen und praktischen Einblicken soll das Interesse an Berufen rund um erneuerbare Energien und nachhaltige Wärmeversorgung wachsen.
Dafür erhält das Fraunhofer IEG über das STARK-Programm des Bundes rund 2,9 Millionen Euro für vier Jahre. Ein wichtiger Teil des Projekts sind digitale Lernangebote. Mit Virtual Reality und Augmented Reality sollen komplexe Themen anschaulicher werden. Zusätzlich sind Exkursionen geplant – zum Beispiel zu Unternehmen, Kraftwerken, Gewerbestandorten oder Ingenieurbüros.
Die Lernmodule sind so aufgebaut, dass Jugendliche eigene Fragen entwickeln, Hypothesen aufstellen, recherchieren, experimentieren und Ergebnisse gemeinsam auswerten. Es geht also nicht nur darum, Informationen aufzunehmen, sondern selbst Lösungen zu finden.
Erste Seminarkurse starten im neuen Schuljahr
Das vierköpfige Projektteam des Fraunhofer IEG in Cottbus entwickelt die Angebote gemeinsam mit Schulen und Unternehmen aus der brandenburgischen Lausitz weiter. Die ersten Seminarkurse sollen im neuen Schuljahr starten. Ab dem zweiten Halbjahr sind außerdem Aktionstage für ganze Schulklassen geplant.
Das Angebot richtet sich ausdrücklich an alle Schulformen, besonders Mädchen und Jugendliche aus ländlichen Regionen sollen für MINT-Berufe und neue Energie-Technologien begeistert werden.
Unternehmen können Nachwuchs direkt ansprechen
Auch regionale Unternehmen sollen von dem Projekt profitieren. Sie können sich im Netzwerk mit anderen Akteuren austauschen, Kontakt zu Schulen aufbauen und Jugendlichen ihre Berufsbilder direkt vorstellen. Das kann helfen, frühzeitig Interesse an Ausbildungsplätzen, Praktika und späteren Jobs zu wecken. Als Partner sind unter anderem Schulen, Unternehmen, die BTU Cottbus-Senftenberg, das Bildungsministerium Brandenburg und der Qualifizierungsverbund QLEE vorgesehen.
Für den Spätsommer ist ein Informationstreffen geplant. Schulen und Unternehmen, die bei den ersten Modulen mitmachen möchten, können sich unverbindlich beim Projektteam melden.
Projekt läuft bis 2030
NEZ Lausitz ist im digitalen Lernlabor TransferQuartier des Fraunhofer IEG in Cottbus angesiedelt – in der Nähe des Zentralcampus der BTU. Das Vorhaben läuft bis Mitte 2030. Die Ergebnisse sollen regelmäßig ausgewertet und später in einer Jugend-Zukunftsakademie weitergeführt werden.
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Foto: LEAG/ Andreas Franke

























