In Cottbus sind nur rund 12.100 Wohnungen mit einer bodengleichen Dusche ausgestattet. Genau dieses Kriterium gilt als besonders wichtig, damit Menschen auch im Alter möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben können.
Das zeigt eine Wohnungsmarktanalyse des Pestel-Instituts im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel. Insgesamt gibt es in Cottbus knapp 58.300 Wohnungen.
Altersgerechte Wohnungen in Cottbus fehlen vielerorts
Nach der Untersuchung sind nur rund 5.200 Wohnungen so gebaut, dass ältere Menschen auch mit Rollator, Rollstuhl oder Pflegebedarf ideal zurechtkommen. Das entspricht etwa neun Prozent des gesamten Wohnungsbestands.
Der Bedarf dürfte in den kommenden Jahren weiter wachsen. In Cottbus gehen laut Analyse in den nächsten zehn Jahren rund 14.500 Menschen aus den geburtenstarken Jahrgängen in Rente.
Viele Menschen möchten möglichst lange zu Hause wohnen bleiben. Dafür müssen Wohnungen allerdings barriereärmer werden.
Bodengleiche Duschen sind ein Schlüsselkriterium
Besonders das Bad spielt beim altersgerechten Umbau eine zentrale Rolle. In rund 12.100 Wohnungen in Cottbus gibt es bereits eine begehbare, also bodengleiche Dusche. Das sind etwa 21 Prozent aller Wohnungen.
In vielen anderen Wohnungen können Stufen, enge Bäder oder fehlender Platz schnell zum Problem werden. Laut Untersuchung sind rund 29.000 Bäder in Cottbus zu klein, damit sich Menschen mit einem Rollstuhl darin gut bewegen können.
Auch bei den Küchen gibt es Nachholbedarf: In rund 21.600 Wohnungen ist die Küche nicht groß genug, damit ein Rollstuhl wenden kann.
Schon der Hausflur kann zur Barriere werden
Hindernisse beginnen oft bereits vor der Wohnungstür. Rund 27 Prozent der Hausflure in Cottbus seien nicht breit genug für eine gute Nutzung mit dem Rollstuhl. Das betrifft laut Pestel-Institut etwa 14.400 Wohnungen.
Breite Türen, wenig Schwellen, ausreichend Platz und ein gut nutzbares Bad seien deshalb wichtige Voraussetzungen dafür, im Alter selbstbestimmt zu wohnen.
Forderung nach Boomer-Zuschüssen
Der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel fordert eine große Umbau-Offensive für altersgerechte Wohnungen. Der Bund solle dafür deutlich stärkere Zuschüsse bereitstellen.
Gefordert werden sogenannte Boomer-Zuschüsse, mit denen Mieter, Eigentümer und Wohnungsunternehmen Wohnungen barriereärmer umbauen können. Nach Ansicht des Verbands reichen die bisherigen Fördermöglichkeiten nicht aus, um den notwendigen Umbau in Gang zu bringen.
Foto: Tobias Seifert
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