Eine Biene sitzt auf einer Blume

NaturSchutzFonds Brandenburg investiert 13,5 Millionen Euro in Naturschutz

LIVEBLOGDieser Eintrag ist Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Dienstag, 23. Juni 2026“.Liveblog ansehen

Der NaturSchutzFonds Brandenburg hat 2025 rund 13,5 Millionen Euro in Natur- und Artenschutz investiert. Damit wurden landesweit 58 Projekte von Partnern gefördert und 43 eigene Vorhaben umgesetzt.

Mehr Wasser für Wiesen, Moore und Bäche

Ein großer Teil der Projekte dreht sich um Wasser. Mehr als ein Drittel aller geförderten Maßnahmen hatte 2025 einen direkten Bezug zu Gewässern, Mooren oder dem Wasserrückhalt in der Landschaft.

Das ist gerade wegen trockener Sommer und sinkender Grundwasserstände wichtig. Wasser soll nicht schnell über Gräben und Bäche abfließen. Es soll möglichst lange dort bleiben, wo es gebraucht wird: auf Wiesen, in Mooren, in kleinen Gewässern und im Boden.

Umweltministerin Hanka Mittelstädt spricht von einer zentralen Aufgabe für Brandenburg. Wasser werde knapper. Deshalb müsse die Landschaft so umgebaut werden, dass sie mehr davon speichern kann.

Sechs neue Wasser-Projekte in Spree-Neiße und Cottbus

In der Lausitz startet der Gewässerverband Spree-Neiße mit Unterstützung des NaturSchutzFonds gleich sechs neue Projekte. Sie liegen im Landkreis Spree-Neiße und in Cottbus.

Ein Schwerpunkt sind die Maiberger Lasszinswiesen in der Gemeinde Teichland. Dort sollen zwei alte und marode Stauanlagen neu gebaut werden. Damit soll das Staugürtelsystem wieder funktionieren. Außerdem werden zwei Gräben wieder an den Mauster Graben angeschlossen. Das Wasser soll so zurück in den südlichen Bereich der Lasszinswiesen gelangen.

Auch das Euloer Bruch bei Forst profitiert von der Förderung. Dort soll die Entwässerung gebremst werden. Geplant sind eine neue Stauanlage und drei sogenannte Stützschwellen. Sie helfen dabei, Wasser länger in der Fläche zu halten.

Das ist nicht nur gut für Pflanzen und Tiere. Feuchte Böden und Wiesen können auch helfen, die Folgen langer Trockenphasen abzumildern.

101 Projekte im ganzen Land

Der NaturSchutzFonds war 2025 in zwölf Landkreisen und in der Stadt Cottbus aktiv. Besonders viele Projekte gab es in der Uckermark. Dort wurden 16 Vorhaben gefördert oder umgesetzt.

In den Landkreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße waren es jeweils neun Projekte. Auch Märkisch-Oderland lag mit sieben Maßnahmen weit vorn. Die Themen sind vielfältig. Es geht um neue Hecken und Bäume in der Agrarlandschaft. Um Klein- und Fließgewässer. Um bessere Lebensräume für Amphibien. Und um neue Quartiere für Weißstörche, Schwalben und Fledermäuse.

Viele dieser Projekte wirken zunächst klein. Ein sanierter Graben, ein Teich, eine Hecke oder ein Storchennest. Zusammen können sie aber ganze Landschaften widerstandsfähiger machen.

Fünf Millionen Euro für besseren Wasserrückhalt

Für das aktuelle Aktionsprogramm „Wasserhaushalt PLUS“ stehen allein fünf Millionen Euro bereit. Mit dem Geld sollen Projekte unterstützt werden, die Brandenburg besser auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten.

Der Geschäftsführer des NaturSchutzFonds, Dr. Holger Rößling, sieht einen hohen Bedarf. Nach nur sechs Monaten seien bereits mehr als die Hälfte der Mittel verplant. Viele Anträge kommen von Gewässerunterhaltungsverbänden, Landkreisen, Städten und Gemeinden.

Der Anspruch: Projekte sollen möglichst unkompliziert gefördert werden und schnell sichtbare Verbesserungen bringen.

Neue Lebensräume für Frösche, Kröten und Molche

Neben Förderprojekten setzt der NaturSchutzFonds auch eigene Maßnahmen um. 2025 waren es 43 Projekte. Dazu gehört der Start des landesweiten Amphibien-Schutzprojekts „FROG“. Gemeinsam mit dem Ökohof Gotsgarten aus Schmerkendorf im Landkreis Elbe-Elster wurden dafür drei neue Kleingewässer angelegt.

In den kommenden Jahren sollen in zehn Landkreisen und in Frankfurt/Oder weitere Lebensräume für Frösche, Kröten und Molche entstehen. Geplant sind neue oder sanierte Teiche, Fließgewässer und auch ein Moor.

Gerade Amphibien leiden darunter, dass viele kleine Gewässer verschwinden oder im Sommer austrocknen. Ohne diese Lebensräume wird es für viele Arten immer schwieriger, sich fortzupflanzen.

Schutz für Bachmuschel und bedrohte Fischarten

Ein weiteres großes Projekt heißt „LIFE Bachmuschel“. Es läuft in mehreren Regionen Brandenburgs und kümmert sich um gesunde Flüsse und Bäche.

An der Dosse sowie am Rheinsberger und Kleinen Rhin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin wurden weitere Maßnahmen umgesetzt. Kies, Feldsteine und Totholz werden in die Gewässer eingebracht. Das soll die natürliche Dynamik der Flüsse stärken.

Davon profitieren bedrohte Fischarten und Muscheln. Auch die Bachmuschel braucht sauberes Wasser und einen naturnahen Gewässerboden. Wo Bäche begradigt oder stark ausgebaut wurden, fehlen diese Bedingungen oft.

Weitere 1,9 Millionen Euro beschlossen

Der Stiftungsrat des NaturSchutzFonds hat im Juni weitere 1,9 Millionen Euro für sieben größere Projekte beschlossen. Dazu gehören kilometerlange Heckenpflanzungen in der Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und der Uckermark.

Auch Kleingewässer im Havelland sollen renaturiert werden. Die Mittel stammen aus sogenannten Ersatzzahlungen. Diese müssen Unternehmen oder andere Verursacher leisten, wenn sie durch Bauprojekte Böden versiegeln oder in Naturflächen eingreifen.

Der NaturSchutzFonds sorgt dann dafür, dass dieses Geld wieder in den betroffenen Regionen eingesetzt wird. So sollen Eingriffe in Natur und Landschaft möglichst ausgeglichen werden.

Mehr als 244 Millionen Euro seit 1995

Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg gibt es seit 1995. Seitdem wurden nach eigenen Angaben mehr als 122 Millionen Euro direkt für Natur- und Artenschutz eingesetzt.

Dazu kamen weitere rund 122 Millionen Euro an Drittmitteln, die gemeinsam mit Partnern für Brandenburg gesichert wurden. Insgesamt flossen damit mehr als 244 Millionen Euro in über 1.300 Projekte.

Für die Lausitz sind die neuen Vorhaben besonders wichtig. Wasser, Moore, Wiesen und kleine Gewässer prägen viele Orte in der Region. Sie sind Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Gleichzeitig helfen sie dabei, die Landschaft auch in trockenen Jahren widerstandsfähiger zu machen.

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Autor: Redaktion

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