Mähroboter auf einer Wiese

Dahme-Spreewald verbietet nächtliches Fahren für Mähroboter

LIVEBLOGDieser Eintrag ist Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Das Wochenende 20./21. Juni 2026“.Liveblog ansehen

Im Landkreis Dahme-Spreewald dürfen Mähroboter künftig nicht mehr in der Nacht und während der Dämmerung eingesetzt werden. Die neue Allgemeinverfügung soll vor allem Igel und andere nachtaktive Tiere schützen. Das Verbot gilt jeweils von einer halben Stunde vor Sonnenuntergang bis eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang am nächsten Tag.

Mähroboter werden für Igel zur Gefahr

Igel, Amphibien, Reptilien und weitere Kleintiere sind vor allem abends, nachts und in den frühen Morgenstunden unterwegs. Genau in dieser Zeit können autonom fahrende Geräte für sie gefährlich werden.

Besonders Igel reagieren bei Gefahr oft nicht mit Flucht. Sie rollen sich zusammen und bleiben liegen. Trifft dann ein Mähroboter auf das Tier, kann es zu schweren Schnittverletzungen kommen. Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung hat deutschlandweit dokumentierte Fälle untersucht. Von den gemeldeten Igeln mit Schnittverletzungen überlebten 47 Prozent ihre Verletzungen nicht.

Neue Regel gilt in Nacht und Dämmerung

Die Allgemeinverfügung des Landkreises Dahme-Spreewald untersagt den Betrieb von Mährobotern in einem klar festgelegten Zeitfenster. Verboten ist der Einsatz ab 30 Minuten vor Sonnenuntergang bis 30 Minuten nach Sonnenaufgang am Folgetag. Maßgeblich sind die aktuellen Dämmerungszeiten des Deutschen Wetterdienstes für Berlin-Brandenburg.

Damit soll verhindert werden, dass Geräte unbeaufsichtigt durch Gärten fahren, wenn Igel und andere Tiere besonders aktiv sind. Tagsüber dürfen Mähroboter weiterhin genutzt werden.

Nicht nur Igel sind betroffen

Der Schutz gilt nicht ausschließlich dem Igel. Auch andere kleine Tiere können durch Mähroboter verletzt oder getötet werden. Dazu gehören zum Beispiel Amphibien, Reptilien und kleine Säugetiere. Gerade in naturnahen Gärten, an Hecken, unter Sträuchern oder in Randbereichen von Grundstücken können sie unterwegs sein.

Fachleute weisen seit Jahren darauf hin, dass viele Geräte Kleintiere nicht zuverlässig erkennen. Zwar werden Mähroboter technisch weiterentwickelt, ein sicherer Schutz vor einem Zusammenstoß ist aber nicht bei jedem Modell gewährleistet.

Wer einen Mähroboter nutzt, sollte die Betriebszeiten jetzt auf den Tag legen. Am besten fährt das Gerät nur dann, wenn es hell ist und Tiere leichter ausweichen können. Außerdem kann es helfen, den Garten tierfreundlicher zu gestalten. Hecken, Laubhaufen, wilde Ecken und blühende Pflanzen bieten Igeln und Insekten Schutz und Nahrung.

Wer einen verletzten Igel findet, sollte ihn vorsichtig sichern und sich an eine Wildtierhilfe, Tierarztpraxis oder Igelstation wenden.

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Autor: Redaktion

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