Der Brandenburger Wald ist 2025 in einem so schlechten Zustand wie nie zuvor. Der Anteil der Waldfläche mit deutlichen Schäden liegt inzwischen bei 39 Prozent, nur noch 8 Prozent zeigen keine sichtbaren Schäden. Gleichzeitig erreicht die durchschnittliche Kronenverlichtung mit knapp 28 Prozent einen neuen historischen Höchstwert. Der aktuelle Bericht macht klar: Trockenheit, Spätfrost und Schädlinge setzen dem Wald immer stärker zu.
Waldzustand in Brandenburg auf Rekord-Negativniveau
Die Entwicklung ist alarmierend. Nach der schon deutlichen Verschlechterung im Jahr 2024 hat sich der Zustand des Waldes 2025 weiter verschärft. Vor allem die mittlere Kronenverlichtung stieg erneut an und liegt jetzt auf dem höchsten Stand seit Beginn der Erhebungen.
Zwar gingen die jährliche Sterberate und der Anteil der stark geschädigten Bäume leicht zurück. Entwarnung gibt es trotzdem nicht. Denn insgesamt ist der Brandenburger Wald so stark belastet wie noch nie.
Trockenheit bleibt der größte Stressfaktor
Ein Hauptgrund für die dramatische Lage sind die anhaltenden Folgen der Trockenjahre 2018, 2019, 2020 und 2022. Viele Bäume sind dadurch bereits vorgeschädigt. Im Jahr 2025 kam dann eine ausgeprägte Frühjahrstrockenheit hinzu, die den Wäldern erneut massiv zusetzte.
Besonders für die Kiefer kamen die Niederschläge im Juli zu spät, um die Benadelung noch spürbar zu verbessern. Trotz der kräftigen Regenfälle konnte das Wasserdefizit aus dem Frühjahr nicht mehr ausgeglichen werden. Deshalb gilt auch 2025 erneut als Trockenjahr.
Spätfrost schädigt Eiche und Buche
Zusätzlich zur Trockenheit trafen den Wald auch Spätfröste Ende April und im Mai. Vor allem Eiche und Buche litten darunter. Frisch ausgetriebene Blätter wurden beschädigt, was den ohnehin schlechten Kronenzustand weiter verschlechterte.
Der Bericht zeigt damit deutlich: Nicht nur Hitze und Wassermangel, sondern auch extreme Wetterwechsel machen dem Wald schwer zu schaffen.
Schädlinge sorgen regional für zusätzliche Schäden
Auch das Waldschutzmonitoring meldet 2025 erneut deutliche Belastungen. Mehrere für Brandenburg typische Insektenarten verursachten regional auffällige Schäden. Dazu gehören der Eichenprozessionsspinner, die Nonne, der Kiefernspinner und die Forleule.
Der Eichenprozessionsspinner sorgte auf fast 200 Hektar für starken Fraß bis hin zum Kahlfraß. In den Kiefernwäldern im Süden Brandenburgs gab es ebenfalls flächige Fraßschäden. Diese waren laut Bericht zwar nicht bestandesbedrohend, zeigen aber, wie angespannt die Lage in vielen Regionen ist.
Hinzu kamen Spätfrostschäden auf mehr als 5.000 Hektar. Auch Dürreschäden in Pflanzungen und Naturverjüngung blieben 2025 auf vergleichsweise hohem Niveau.
Waldbrandjahr ruhiger, aber nicht entspannt
Im Vergleich zu anderen Problemfeldern fiel das Waldbrandjahr 2025 etwas ruhiger aus. Bis Mitte November wurden 303 Waldbrände mit einer Fläche von rund 225 Hektar erfasst. Damit gab es zwar mehr Brände als im Vorjahr, die betroffene Fläche blieb aber auf ähnlichem Niveau.
Positiv bewertet der Bericht, dass viele Brandherde durch die Waldbrandfrüherkennung früh entdeckt wurden. Auch neue Technik und weitere Löschwasserbrunnen sollen helfen, Brände künftig schneller zu bekämpfen.
Zu wenig junge Bäume für den Wald der Zukunft
Besonders kritisch ist der Blick auf die kommenden Jahre. Denn vielerorts fehlt es an ausreichend jungen, widerstandsfähigen Bäumen, um stabile Mischwälder aufzubauen. Laut Bericht gibt es nur auf rund 57 Prozent der Waldfläche junge Bäume zwischen 20 und 130 Zentimetern Höhe. Ein erheblicher Teil davon wird zudem vom Wild verbissen.
Damit wird deutlich: Der Wald leidet nicht nur heute, sondern hat auch ein ernstes Problem bei der Verjüngung. Für den Aufbau klimaangepasster Mischwälder braucht es mehr Artenvielfalt, bessere Lichtverhältnisse am Waldboden und wildverträgliche Bestände.
Der Brandenburger Wald steht unter Dauerstress
Der Bericht zeichnet insgesamt ein klares Bild: Der Brandenburger Wald steht unter massivem Druck. Trockenheit, Spätfrost, Insektenfraß, Pilzbefall und eine schlechte Wasserversorgung im Boden greifen immer stärker ineinander. Viele Kronenschäden gelten inzwischen als irreversibel. Das bedeutet: Die Folgen werden den Wald noch viele Jahre prägen.
Klar ist deshalb auch: Ohne eine konsequente Entwicklung hin zu widerstandsfähigen, gemischten und klimaangepassten Wäldern wird sich die Lage weiter zuspitzen.
Mehr Nachrichten aus Brandenburg und der Lausitz gibt es immer aktuell bei Radio Cottbus und auf radiocottbus.de.
























