Der Prozess gegen die rechtsextremistische Gruppe „Letzte Verteidigungswelle“ hat am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht Hamburg begonnen. Mehrere Angeklagte sollen hinter schweren Straftaten stehen – darunter ein Brandanschlag auf das Kulturhaus „Kultberg“ in Altdöbern und ein geplanter Bombenanschlag auf eine Geflüchtetenunterkunft in Sedlitz.
Prozess startet vor Gericht
Vor Gericht stehen sieben mutmaßliche Mitglieder der Gruppe sowie ein Unterstützer. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen vor, Teil einer terroristischen Vereinigung gewesen zu sein. Zusätzlich stehen Vorwürfe wie versuchter Mord, Verabredung zum Mord und gefährliche Körperverletzung im Raum.
Die mutmaßlichen Rädelsführer sollen aus Neubukow in Mecklenburg-Vorpommern stammen. Deshalb findet der Prozess in Hamburg statt.
Brandanschlag auf Kulturhaus in Altdöbern
Besonders im Mittelpunkt steht ein Brand im Oktober 2024. Dabei brannte das Kulturhaus „Kultberg“ in Altdöbern komplett aus.
Zunächst gingen Ermittler von einem technischen Defekt aus. Erst Monate später erhärtete sich der Verdacht, dass zwei Jugendliche den Brand gelegt haben könnten.
Beide sind 15 Jahre alt.
Auch die übrigen Angeklagten waren laut Ermittlungen zum Tatzeitpunkt minderjährig oder heranwachsend.
Geplanter Anschlag in Sedlitz verhindert
Neben dem Brandanschlag soll die Gruppe zusätzlich einen Bombenanschlag auf eine Geflüchtetenunterkunft in Sedlitz geplant haben. Dieser Angriff konnte jedoch durch Hinweise verhindert werden.
Nach Einschätzung der Generalbundesanwaltschaft wollte die Gruppe durch Gewalt gegen Migranten und politische Gegner die Demokratie in Deutschland schwächen.
Rasche Radikalisierung der Gruppe
Ermittler gehen davon aus, dass sich die Mitglieder innerhalb kurzer Zeit radikalisiert haben. Die Gruppe soll erst im Frühjahr 2024 gegründet worden sein. Die Kommunikation lief demnach überwiegend über Chatgruppen.
Zusätzlich soll die Gruppe laut Anklage einen weiteren Anschlag auf eine Geflüchtetenunterkunft in Thüringen verübt haben.
Viele Termine bis in den Mai geplant
Das Gericht hat zunächst zwei Tage pro Woche für die Verhandlungen angesetzt. Die Termine reichen aktuell bis in den Mai.
Da mehrere Angeklagte zur Tatzeit minderjährig waren, könnte die Öffentlichkeit teilweise von der Verhandlung ausgeschlossen werden.
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