Drei Hände stoßen mit großen Bierkrügen an

Brandenburger trinken weniger Bier

LIVEBLOGDieser Eintrag ist Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Mittwoch, 4. Februar 2026“.Liveblog ansehen

Der Bierkonsum in Brandenburg ist 2025 massiv eingebrochen. Der Bierabsatz sank um 11,8 Prozent – fast doppelt so stark wie im Bundesschnitt. Damit liegt Brandenburg bundesweit an der Spitze der Negativentwicklung. Insgesamt trinken die Menschen so wenig Bier wie seit Jahrzehnten nicht mehr.


Bierkonsum auf Tiefstand seit 1993

Bundesweit wurden 2025 nur noch 7,8 Milliarden Liter Bier verkauft. Das ist ein Minus von sechs Prozent und der niedrigste Wert seit Beginn der Statistik im Jahr 1993. Erstmals seit der Wiedervereinigung fiel der Absatz unter die Marke von acht Milliarden Litern. Pro Kopf bedeutet das: rund zwölf große Bierflaschen weniger im Jahr.

In Brandenburg – gemeinsam mit Berlin – fiel der Rückgang mit minus 11,8 Prozent besonders heftig aus. Nur Hessen verzeichnete einen noch stärkeren Einbruch. Vor allem der Inlandsabsatz, also das Bier, das tatsächlich hier getrunken wird, ging deutlich zurück.


Junge Menschen trinken bewusster

Ein zentraler Grund für den Absatzeinbruch: Jüngere Generationen trinken deutlich weniger Alkohol. Bier, Wein und Spirituosen verlieren an Bedeutung. Gesundheit, Fitness und ein bewusster Lebensstil spielen eine immer größere Rolle. Alkoholfreies Trinken ist längst kein Tabu mehr.

Während klassische Biere verlieren, erlebt alkoholfreies Bier einen Boom. Deutschland ist inzwischen der größte Markt für alkoholfreie Biere in Europa. 2025 lag der Marktanteil bereits bei rund zehn Prozent. Mehr als 800 alkoholfreie Sorten sind bundesweit erhältlich – Tendenz steigend.


Brauereien und kneipen unter Druck

Für viele Brauereien wird die Lage schwieriger. Sinkende Absätze, steigende Energie- und Produktionskosten sowie hohe Lohnkosten setzen die Betriebe unter Druck. Besonders kleinere Brauereien, die stark von der Gastronomie abhängig sind, spüren die Entwicklung.

Gerade im ländlichen Raum Brandenburgs verschärft das Kneipensterben die Situation. Zwischen 2010 und 2023 ist die Zahl der Schankwirtschaften im Land um mehr als 30 Prozent zurückgegangen. Weniger Kneipen bedeuten weniger Absatz – vor allem für regionale Brauereien.


Weniger Alkohol – auch positive Effekte

Die Entwicklung hat auch eine positive Seite. Die Zahl der Krankenhausaufenthalte wegen Alkoholvergiftungen ist auf den niedrigsten Stand seit über 20 Jahren gesunken. Besonders bei Kindern und Jugendlichen zeigen die Zahlen einen klaren Rückgang.

Die Brauwirtschaft steht vor einem Strukturwandel. Wachstum wird künftig kaum noch über Menge kommen, sondern über neue Produkte, alkoholfreie Alternativen und neue Konzepte. Auch in Brandenburg müssen sich Brauereien auf veränderte Trinkgewohnheiten einstellen.

Mehr News aus Brandenburg und der Lausitz findet ihr jederzeit auf radiocottbus.de.

Autor: Redaktion

Und auf Radio Cottbus …

mehr Lausitznews