Ein neues Forschungsprojekt an der BTU Cottbus-Senftenberg will Videostreaming umweltfreundlicher machen. Das Vorhaben untersucht, wie Energieverbrauch und Emissionen beim Streaming deutlich gesenkt werden können – von Rechenzentren bis zum Endgerät.
Forschung für nachhaltiges Videostreaming
An der Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg startet ein dreijähriges Projekt zum Thema nachhaltiges Videostreaming. Gefördert wird es von der Deutsche Forschungsgemeinschaft mit rund 332.000 Euro. Ziel ist es, die wachsenden Umweltbelastungen durch Streamingdienste wissenschaftlich zu erfassen und langfristig zu reduzieren.
Komplexe Systeme verständlich machen
Geleitet wird das Projekt von Dr.-Ing. habil. Christian Herglotz aus dem Bereich Technische Informatik. Gemeinsam mit Partnerhochschulen aus Frankreich arbeitet er daran, den gesamten Aufbau moderner Videostreamingdienste realitätsnah abzubilden.
Dazu gehören Servertechnik, Netzwerke, Softwarelösungen und Endgeräte. All diese Bausteine sollen in einem einheitlichen Modell zusammengeführt werden, um Umwelteinflüsse gezielt bewerten zu können.
Streaming als wachsender Umweltfaktor
Digitale Videoinhalte verursachen bereits heute einen erheblichen Anteil am Energieverbrauch und an den Treibhausgasemissionen der Informations- und Kommunikationstechnologien. Der steigende Konsum von Videos, Serien und Livestreams verstärkt diesen Effekt weiter. Neben dem hohen Strombedarf spielen auch Produktion, Nutzung und Lebensdauer der Endgeräte eine große Rolle.
Modell für Energie und Emissionen
Kern des Projekts ist ein umfassendes Modell, das den Energiebedarf und die CO₂-Emissionen entlang der gesamten Videostreamingkette abbildet. Berücksichtigt werden alle Stufen – von Rechenzentren, über Netzinfrastrukturen, bis hin zu Smartphones, Fernsehern und Computern. Auch die jeweiligen Lebenszyklen der Technik fließen in die Berechnungen ein.
Lösungen für nachhaltiges Videostreaming
Auf Grundlage des Modells werden konkrete Maßnahmen zur Emissionsminderung untersucht. Dazu zählen technologische Optimierungen wie effizientere Server oder spezialisierte Hardware, aber auch regulatorische Ansätze wie Standards und Vorgaben für nachhaltige Technik. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Konzept der Digitalen Nüchternheit, das zu einem bewussteren Umgang mit digitalen Medien und zu weniger Datenverkehr anregen soll.
Was nachhaltiges Videostreaming für unseren Alltag bedeutet und wie Forschung aus der Lausitz globale Wirkung entfalten kann, lest Ihr auf radiocottbus.de und hört Ihr im Programm von Radio Cottbus.

























