Andreas Büttner, Antisemitismusbeauftragter © DiG/Thomas Kläber

Morddrohung gegen Brandenburgs Antisemitismusbeauftragten

LIVEBLOGDieser Eintrag ist Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Mittwoch, 07. Januar 2026“.Liveblog ansehen

Eine Morddrohung gegen den Antisemitismusbeauftragten des Landes Brandenburg sorgt für Entsetzen. Im Brandenburger Landtag in Potsdam ist ein an Andreas Büttner gerichteter Brief mit massiven Beschimpfungen und einer konkreten Tötungsankündigung eingegangen. Nach Angaben der Landtagsverwaltung ging das Schreiben am Montag ein. Es enthielt ein Blatt Papier mit Verunglimpfungen, die Worte „Wir töten dich“ sowie ein gezeichnetes Dreieck als Symbol der Terrororganisation Hamas. Zusätzlich befand sich eine weiße Substanz im Umschlag. Die Polizei wurde sofort eingeschaltet. Nach kriminaltechnischer Untersuchung wurde das Pulver als ungefährlich eingestuft.


Ermittlungen laufen – Staatsschutz eingeschaltet

Die Polizei bestätigte Ermittlungen gegen einen unbekannten Absender wegen Bedrohung und Beleidigung. Absender, Motivation und Ziel der Sendung sind derzeit Gegenstand der Untersuchungen. Das Landeskriminalamt (LKA) ist eingebunden, der Staatsschutz ermittelt.

Der Brandenburger Antisemitismusbeauftragte erklärte, er lasse sich durch die Morddrohung nicht einschüchtern. Er werde seine Arbeit uneingeschränkt fortsetzen. Der Brief sei ohne Absender gewesen und habe das Hamas-Symbol getragen, bestätigte Büttner.

Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke verurteilte die Tat scharf. Gewalt und Einschüchterung hätten in der politischen Auseinandersetzung keinen Platz. Der Landtag stehe geschlossen hinter Büttner. Ziel sei es, die Täter schnell zu ermitteln und strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen.


Serie von Angriffen in Templin

Die Morddrohung reiht sich in eine besorgniserregende Serie ein. Erst am vergangenen Wochenende wurde ein Gebäude auf Büttners privatem Grundstück in Templin (Uckermark) in Brand gesetzt. Auch dort fanden Ermittler ein rotes Dreieck als Hamas-Symbol.

Bereits im August 2024 war das Auto des Antisemitismusbeauftragten mit Hakenkreuzen und rechtsextremen Symbolen beschädigt worden.

Der Brandenburger Landtag hatte den früheren Polizeibeamten im Juni 2024 zum ersten Antisemitismusbeauftragten des Landes ernannt. Das Amt wurde Ende 2023 geschaffen. Büttners Auftrag ist die Bekämpfung antisemitischer Haltungen, die Beratung Betroffener sowie die Präventionsarbeit im Land.

Foto: Andreas Büttner, Antisemitismusbeauftragter © DiG/Thomas Kläber

Autor: Redaktion

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