Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem hat in Cottbus eine Kinderschutzambulanz eröffnet. Ein interdisziplinäres Team untersucht dort Kinder und Jugendliche, wenn das Jugendamt eine mögliche Kindeswohlgefährdung oder Vernachlässigung vermutet. Die neue Einrichtung ist die fünfte Kinderschutzambulanz in Brandenburg. Die Ambulanz gehört zur Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der MUL-CT und arbeitet unter der Leitung von Chefärztin Dr. Simone Stolz. Sie soll mögliche Fälle von Gewalt, Misshandlung oder Vernachlässigung frühzeitig medizinisch abklären und betroffene Kinder schnell unterstützen.
Ärzte untersuchen Verdachtsfälle umfassend
Wenn das Jugendamt einen Verdacht auf Kindeswohlgefährdung feststellt, kann die Kinderschutzambulanz die medizinische Abklärung übernehmen. Ein Team aus verschiedenen Fachbereichen untersucht die Kinder und Jugendlichen umfassend. Ziel ist es, mögliche Gefährdungen fachlich einzuschätzen und anschließend die passende Unterstützung einzuleiten.
Chefärztin Simone Stolz betont, dass die Ambulanz dabei nicht nur den betroffenen Kindern und Familien helfen soll. Auch Menschen, die beruflich mit Kindern arbeiten und sich Sorgen machen, sollen von klaren Strukturen und einer fachlichen Einschätzung profitieren.
Cottbus und Spree-Neiße arbeiten enger zusammen
Die MUL-CT arbeitet für die Kinderschutzambulanz eng mit den Jugendämtern der Stadt Cottbus und des Landkreises Spree-Neiße zusammen. Weitere Kooperationen innerhalb der Modellregion Gesundheit Lausitz sollen folgen. Das Ziel: Gesundheitswesen sowie Kinder- und Jugendhilfe sollen bei Verdachtsfällen schneller und strukturierter zusammenarbeiten. So sollen Kinder und Familien möglichst zügig eine fachgerechte Abklärung und weitere Unterstützung bekommen.
Fünfte Kinderschutzambulanz in Brandenburg
Neben Cottbus gibt es bereits Kinderschutzambulanzen in Potsdam, Eberswalde, Lauchhammer und Frankfurt (Oder). Bis 2025 gab es nach Angaben der MUL-CT noch keine entsprechenden Einrichtungen in Brandenburg. Anfang 2027 soll eine sechste Ambulanz in Neuruppin folgen.
Finanzierung soll ab 2027 dauerhaft gesichert werden
Lottomittel des Landes Brandenburg ermöglichten den Aufbau der Cottbuser Kinderschutzambulanz. Für die ersten Einrichtungen stellt das Land 2026 Anschubfinanzierungen bereit. Ab 2027 soll das Angebot nach den aktuellen Planungen in eine Regelfinanzierung über den Landeshaushalt übergehen und damit dauerhaft bestehen. Mit der neuen Ambulanz baut die MUL-CT den medizinischen Kinderschutz in der Lausitz weiter aus. Im Mittelpunkt stehen die frühzeitige Abklärung möglicher Gefährdungen und eine engere Zusammenarbeit der beteiligten Fachstellen.
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