Ein Ärzteteam das gerade operiert

MUL-CT erhält Preis für Cottbuser Herzstudie

LIVEBLOGDieser Eintrag ist Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Dienstag, 27. Oktober 2026“.Liveblog ansehen

Eine Studie der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem hat einen Preis der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie erhalten. Das Cottbuser Team untersucht darin, ob Ärzte ein sogenanntes offenes Foramen ovale im Herzen auch ohne zusätzlichen Ultraschall über die Speiseröhre sicher verschließen können. Die Ergebnisse präsentiert Oberärztin Dr. Jelena Zickwolf Anfang November nun auch bei einem internationalen Kongress in San Diego. Für die Arbeit erhielt Zickwolf bei den DGK Herztagen 2026 in Hamburg den Sven-Effert-Posterpreis. Die Arbeitsgruppe Interventionelle Kardiologie um Prof. Dr. Wolfgang Bocksch führte die Studie vollständig an der MUL-CT durch.

180 Patienten in Cottbus untersucht

Ein persistierendes Foramen ovale, kurz PFO, ist eine kleine Öffnung zwischen den beiden Herzvorhöfen, die sich nach der Geburt nicht vollständig geschlossen hat.

Ärzte können diese Öffnung mit einem Katheter und einem kleinen Implantat verschließen. Viele Kliniken kontrollieren den Eingriff zusätzlich mit einem Ultraschall über die Speiseröhre. Dafür brauchen Patienten in der Regel eine zusätzliche Kurznarkose und das medizinische Team zusätzlichen personellen Aufwand. Für ihre Studie werteten die Cottbuser Mediziner die Daten von 180 Patienten aus. Sie verglichen zwei Verfahren: Eingriffe mit zusätzlicher Ultraschallkontrolle aus den Jahren 2005 bis 2021 und Eingriffe, bei denen die Ärzte zwischen 2021 und 2026 ausschließlich Röntgen- und Kontrastbildgebung nutzten.

Beide Methoden erreichen ähnliche Erfolgswerte

Die Ergebnisse liegen nah beieinander. Mit zusätzlichem Ultraschall verlief der Eingriff in 98 Prozent der Fälle erfolgreich, ohne Ultraschall in 99 Prozent. Auch sechs Monate später zeigten sich vergleichbare Ergebnisse. Einen vollständigen Verschluss erreichten die Ärzte bei 92,8 Prozent der Patienten mit zusätzlicher Ultraschalluntersuchung und bei 95 Prozent ohne diesen zusätzlichen Schritt.

Eingriff ohne Ultraschall dauert deutlich kürzer

Einen deutlichen Unterschied stellten die Forscher bei der Dauer fest. Mit zusätzlicher Ultraschallkontrolle dauerte der Eingriff im Durchschnitt 43,5 Minuten. Ohne diesen Ultraschall sank die durchschnittliche Dauer auf 26 Minuten. Die Variante ohne Ultraschall brachte allerdings auch Nachteile mit sich. Dabei benötigten die Ärzte mehr Kontrastmittel und die Patienten waren einer höheren Strahlenbelastung ausgesetzt.

Prof. Dr. Wolfgang Bocksch betont deshalb, dass Ärzte das passende Verfahren weiterhin für jeden Patienten individuell abwägen müssen.

Forschung aus Cottbus kommt nach San Diego

Die Studie sorgt inzwischen auch international für Aufmerksamkeit. Am 3. November 2026 stellt Dr. Jelena Zickwolf die Ergebnisse beim Kongress Transcatheter Cardiovascular Therapeutics in San Diego vor. Der TCT zählt laut MUL-CT zu den weltweit führenden Kongressen für interventionelle Herz-Kreislauf-Medizin. Für die Universität bedeutet das nach eigenen Angaben einen weiteren Beleg dafür, dass klinische Forschung aus Cottbus auch international Beachtung findet.

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Autor: Redaktion

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