Tarifverträge, Arbeitsbedingungen und die Zukunft der Industrie in der Lausitz: Darüber haben wir bei „DGB on Air“ mit Anis Ben-Rhouma von der IGBCE Lausitz gesprochen. Ben-Rhouma ist stellvertretender Bezirksleiter und Gewerkschaftssekretär der IGBCE in der Lausitz.
Im Bezirk spielt vor allem die Energie- und Industriebranche eine große Rolle. Gemeinsam mit seinem Team betreut Anis Ben-Rhouma nach eigenen Angaben rund 60 bis 70 Betriebe in der Region. Dazu gehören unter anderem Unternehmen aus Bergbau, Energie und weiteren Industriezweigen.
Tarifverträge sollen Arbeitsbedingungen festlegen
Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt aktuell auf den Tarifkommissionen in den Betrieben. Beschäftigte wählen Vertreter, die später gemeinsam mit der Gewerkschaft über Tarifverträge verhandeln.
Darin werden unter anderem Gehalt, Arbeitszeit, Weihnachtsgeld und weitere Arbeitsbedingungen geregelt. Für Ben-Rhouma liegt ein Vorteil darin, dass die Bezahlung nicht allein vom individuellen Verhandlungsgeschick eines Beschäftigten abhängt, sondern sich an festgelegten Tätigkeiten und Qualifikationen orientiert.
Wie kommt ein Betrieb zu einem Tarifvertrag?
Wenn Beschäftigte in einem Unternehmen einen Tarifvertrag anstreben, müsse der Wunsch nach Angaben Ben-Rhoumas aus der Belegschaft selbst kommen. Beschäftigte könnten sich zusammenschließen und Kontakt zur zuständigen Gewerkschaft aufnehmen.
Die IGBCE berät anschließend, schult Mitglieder und führt auf Arbeitnehmerseite die Tarifverhandlungen. Entscheidend sei aber, dass genügend Beschäftigte im Betrieb diesen Weg unterstützen.
IGBCE will weiter in den Betrieben präsent sein
In den kommenden Monaten will die Gewerkschaft ihre Arbeit direkt in den Betrieben fortsetzen.
Zur Weihnachtszeit plant das Team erneut Besuche bei Beschäftigten. Dabei soll es nicht ausschließlich um Tarif- oder Arbeitsthemen gehen, sondern auch um den persönlichen Austausch vor Ort.
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