Seit 180 Jahren gehört die Fleischerei Kadach zur Lausitz. Am 3. Oktober 2026 feiert der Familienbetrieb sein großes Jubiläum im Genusswerk in Spremberg. Von 11 bis 17 Uhr können Besucher mitfeiern und den Betrieb, die Familie und natürlich auch die Produkte kennenlernen.
Vom Gesellen zum eigenen Betrieb – die Geschichte beginnt 1846
Die Geschichte der Fleischerei Kadach reicht bis ins Jahr 1846 zurück. Wilhelm August Kadach kam einige Jahre zuvor aus Schlesien nach Spremberg und arbeitete zunächst als Geselle. Am 3. Oktober 1846 übernahm er schließlich eine Fleischerei an der damaligen Stadtmauer am Forstereck. Auch sein Vater war bereits Fleischer. Heute wird der Betrieb in fünfter Generation geführt und gilt nach Angaben der Familie als zweitältester Betrieb im Landkreis Spree-Neiße.
180 Jahre bedeuten allerdings nicht nur Erfolge. Mehrfach musste die Familie den Betrieb durch schwierige Zeiten bringen. Nach dem frühen Tod des Gründers führte zunächst seine Frau die Fleischerei über viele Jahre allein weiter. Im Zweiten Weltkrieg fiel der damalige Inhaber Werner Kadach. Seine Frau Frieda stand anschließend mit drei Kindern vor einem schwer beschädigten Betrieb und führte die Fleischerei von 1945 bis 1963, bevor ihr Sohn übernehmen konnte. Auch die Wendezeit, die Corona-Pandemie und zuletzt die stark gestiegenen Energiepreise stellten den Familienbetrieb immer wieder vor neue Herausforderungen.
Mehr als Fleisch und Wurst
Wer bei Kadach nur an Wiener, Schnitzel oder Grützwurst denkt, unterschätzt das Angebot. Neben den klassischen Fleisch- und Wurstwaren gehören auch Salate, Imbissangebote und weitere Spezialitäten zum Sortiment. Insgesamt betreibt das Unternehmen fünf Filialen in der Lausitz, unter anderem in Cottbus, Spremberg und Weißwasser. Auch online können Kunden ausgewählte Produkte bestellen.
97 Prozent Eigenproduktion und Rezepte mit Tradition
Rund 97 Prozent der angebotenen Produkte stellt die Fleischerei nach eigenen Angaben selbst her. Dazu gehören viele Klassiker, die in der Lausitz seit Generationen auf den Tisch kommen. Gleichzeitig werden bis heute Rezepturen weitergeführt, die schon lange zur Familiengeschichte gehören. Besonders traditionsreich ist beispielsweise die Cervelatwurst.
Der Verkaufsschlager ist allerdings ein anderer: Hackepeter steht bei Kadach ganz oben auf der Liste. Das Mett wird besonders mager hergestellt und hat nach Angaben von Geschäftsführer Peer Kadach maximal zwölf Prozent Fett.
Von der fünften vielleicht in die sechste Generation
Dass Peer Kadach einmal Fleischer werden würde, war in der Familie früh ein Thema. Einen ganz anderen Beruf hätte er sich allerdings ebenfalls vorstellen können, nämlich Meteorologe. Am Ende entschied er sich für das Familienunternehmen und bildete sich später zusätzlich zum Fleischsommelier weiter. Dafür besuchte er die Fleischerakademie in Augsburg und beschäftigte sich intensiv mit Fleischreifung, verschiedenen Zuschnitten, Tierrassen und Zubereitungsarten.
Auch die nächste Generation könnte bereits in den Startlöchern stehen. Eine Tochter möchte nach Angaben von Kadach mit ihrer Familie zurück in die Heimat kommen.
Großes Jubiläum am 3. Oktober in Spremberg
Am Samstag, 3. Oktober, wird die 180-jährige Geschichte gemeinsam gefeiert. Von 11 bis 17 Uhr lädt die Fleischerei zum Jubiläumsfest in ihr Genusswerk in Spremberg ein. Dabei können Besucher die Menschen hinter dem Familienunternehmen kennenlernen und verschiedene Produkte probieren. Für Essen und Getränke ist ebenfalls gesorgt. Von Wurst bis Eis soll an diesem Tag einiges angeboten werden.
Foto: Fleischerei Kadach
《Lausitzer Markenmoment – sichtbar gemacht von Radio Cottbus》
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