Die Lausitz kämpft um neue Gaskraftwerke – und damit um Arbeitsplätze, Versorgungssicherheit und eine Zukunft nach der Kohle. Ein geplanter Südbonus der Bundesregierung könnte dazu führen, dass ein großer Teil neuer Kraftwerkskapazitäten bevorzugt im Süden Deutschlands entsteht. Für die Lausitz wäre das ein herber Rückschlag. Denn die Region ist seit Jahrzehnten Energiestandort. Mit dem Kohleausstieg wurden neue Perspektiven versprochen. Doch ausgerechnet bei modernen Kraftwerken könnte die Lausitz jetzt wieder leer ausgehen.
Neue Kraftwerke sollen die Kohle ersetzen
Mit dem Ende der Braunkohle geht für die Lausitz eine prägende Industrie zu Ende. Das betrifft nicht nur Kraftwerke. Es geht auch um viele Arbeitsplätze, Zulieferer und ganze Regionen, die über Jahrzehnte von der Energiegewinnung gelebt haben. Der Strukturwandel soll das auffangen. Deshalb fließen Milliarden in Projekte wie das Bahnwerk Cottbus, die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem und neue Forschungsstandorte. Doch viele Menschen fragen sich: Was kommt nach der Kohle im Energiesektor?
Die LEAG plant neue moderne Gaskraftwerke. Diese sollen zunächst mit Erdgas laufen und später auf Wasserstoff umgestellt werden können. Sie könnten dann einspringen, wenn Wind und Sonne zu wenig Strom liefern. Gleichzeitig würden sie neue industrielle Perspektiven für die Lausitz schaffen.
Südbonus könnte Osten und Norden benachteiligen
Im Mittelpunkt des Streits steht ein sogenannter Südbonus. Dahinter steckt eine regionale Steuerung beim Bau neuer Kraftwerke. Der Hintergrund: Im Süden Deutschlands gibt es laut Bundesregierung einen besonderen Bedarf an zusätzlicher gesicherter Leistung für ein stabiles Stromnetz. Kritiker befürchten jedoch, dass dadurch der Osten und Norden Deutschlands bei den Ausschreibungen schlechtere Chancen haben. Für die Lausitz wäre das besonders bitter. Denn hier entstehen mit dem Kohleausstieg große Lücken – bei Stromerzeugung, Arbeitsplätzen und Industrie.
Der Brandenburger Landtagsabgeordnete Lars Katzmarek fordert deshalb einen Kurswechsel. Er spricht sich gegen eine einseitige Förderung für den Süden aus. Stattdessen müsse es faire Chancen für Regionen geben, die den Kohleausstieg stemmen müssen.
Für die Lausitz geht es um Jobs und Versorgungssicherheit
Neue Gaskraftwerke wären für die Lausitz keine Rückkehr zur alten Kohlewelt. Sie könnten aber ein wichtiger Baustein für die Zeit danach sein. Sie würden Strom liefern, wenn erneuerbare Energien allein nicht reichen. Sie könnten später mit Wasserstoff betrieben werden. Und sie würden Perspektiven für Menschen schaffen, deren Arbeitsplätze heute noch an der Braunkohle hängen. Die Diskussion zeigt: Der Kohleausstieg ist noch längst nicht abgeschlossen. Die Lausitz braucht nicht nur Fördergeld und neue Gebäude. Die Region braucht Industrie, sichere Jobs und eine klare Rolle als Energiestandort der Zukunft!

























