Eine neue Smartphone-App macht jetzt alle Stolpersteine in Brandenburg digital sichtbar. „Stolpersteine Digital“ zeigt die Gedenksteine auf einer Karte und ergänzt sie um biografische Informationen zu den Menschen, die während des Nationalsozialismus verfolgt wurden. In Brandenburg erinnern inzwischen rund 1.500 Stolpersteine an Opfer des Nationalsozialismus. Viele dieser Steine entstanden durch ehrenamtliches Engagement vor Ort. Initiativen recherchierten Lebensgeschichten, organisierten Verlegungen und nahmen Kontakt zu Angehörigen auf.
App zeigt Stolpersteine auf einer Karte
Die App „Stolpersteine Digital“ zeigt die Gedenksteine auf einer digitalen Karte. Zu vielen Einträgen finden Nutzerinnen und Nutzer zusätzlich Informationen über die Menschen, an die die Steine erinnern. Dazu gehören Biografien von Personen, die aus antisemitischen, politischen, rassistischen oder anderen Gründen verfolgt wurden. Damit können Interessierte direkt vor Ort erfahren, wer früher an einem bestimmten Ort lebte und welches Schicksal mit dem jeweiligen Stolperstein verbunden ist.
Brandenburg seit 2019 mit eigener Datenbank
Das Aktionsbündnis Brandenburg sammelt bereits seit 2019 Informationen zu den Stolpersteinen im Land und stellt sie über eine eigene Datenbank öffentlich zur Verfügung. Diese Daten bilden nun auch die Grundlage dafür, dass die Brandenburger Stolpersteine erstmals vollständig in der App auftauchen. Das Kulturministerium unterstützte den Aufbau der Koordinierungsstelle, der Datenbank und der Website zwischen 2019 und 2024 mit knapp 111.000 Euro.
App soll auch junge Menschen erreichen
Die Landeszentrale für politische Bildung Brandenburg begleitet das Projekt mit Bildungsmaterialien und Workshops für Jugendliche. Ziel ist es, historische Ereignisse stärker mit konkreten Orten vor der eigenen Haustür zu verbinden und dadurch einen niedrigschwelligen Zugang zu Erinnerungsarbeit zu schaffen.
Kostenlos für Android und iPhone
Die App kann kostenlos im Google Play Store und im Apple App Store heruntergeladen werden. Inzwischen enthält sie rund 9.400 Stolpersteine aus mehreren Bundesländern. Brandenburg gehört nun erstmals vollständig dazu. Das Stolperstein-Projekt selbst startete 1992. Inzwischen gibt es weltweit mehr als 100.000 Stolpersteine. Sie erinnern jeweils am letzten frei gewählten Wohnort an Menschen, die vom nationalsozialistischen Regime verfolgt wurden.
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