BTU-Professorin gehört zu den 100 wichtigsten Köpfen der Wissenschaft

Seit mehr als 30 Jahren kämpft BTU-Professorin Angelika Mettke dafür, alte Betonplatten nicht einfach zu Bauschutt zu machen. Jetzt wird ihre Arbeit erneut gewürdigt: Der Tagesspiegel zählt sie zu den „100 wichtigsten Köpfen der Berliner Wissenschaft“. Ihr großes Thema: Betonbauteile aus abgerissenen Gebäuden sollen ein zweites Leben bekommen, statt im Schredder zu landen.

Alte Platten aus Großräschen bekommen in Kolkwitz ein zweites Leben

Wie das funktionieren kann, zeigt derzeit ein Projekt ganz konkret in der Lausitz. Für einen neuen Anbau am Sportverein in Kolkwitz werden alte Betonplatten wiederverwendet, die aus einem teilrückgebauten Wohnblock in Großräschen stammen.

Rund 60 gebrauchte Betonelemente kommen für den zweigeschossigen Anbau zum Einsatz. Einige sind bis zu sechs Meter lang und wiegen knapp sechs Tonnen. Zusätzlich werden weitere gebrauchte Betonteile für ein Tickethaus und eine Garage eingesetzt. Für Mettke sind solche Platten kein Abfall, sondern wertvolles Baumaterial.

Bis zu 97 Prozent weniger CO₂

Mettke beschäftigt sich bereits seit mehr als drei Jahrzehnten mit der Wiederverwendung von Bauteilen. Ihr Argument: Rohstoffe wie Kies, Sand, Kalkstein und Ton wachsen nicht nach. Nach Berechnungen der Wissenschaftlerin können durch die Wiederverwendung eines Betonbauteils gegenüber der Herstellung eines neuen Bauteils bis zu 97 Prozent der CO₂-Emissionen eingespart werden. Vor allem die Herstellung des Zements verursacht einen großen Teil der Emissionen von Beton.

Forschungsprojekt ReCreate soll Wiederverwendung vereinfachen

Die BTU arbeitet deshalb im europäischen Forschungsprojekt „ReCreate“ daran, die Wiederverwendung alter Betonfertigteile weiterzuentwickeln. Dabei geht es nicht nur darum, ob sich eine Platte technisch noch verwenden lässt. Es sollen auch Standards, digitale Werkzeuge und Verfahren entstehen, mit denen gebrauchte Bauteile künftig einfacher für neue Bauprojekte genutzt werden können.

Ein Problem gibt es bislang nämlich noch: Wer gebrauchte Bauteile für ein Bauprojekt sucht, findet dafür kaum etablierte Märkte. Auch an Lösungen für die Vermittlung und Vermarktung solcher Bauteile wird deshalb gearbeitet.

Schon mehrfach für ihre Arbeit ausgezeichnet

Für ihre Forschung hat Angelika Mettke bereits mehrere große Auszeichnungen erhalten. 2016 bekam sie gemeinsam mit Walter Feeß den Deutschen Umweltpreis für ihre Arbeit rund um Betonrecycling und die Wiederverwendung von Bauteilen. 2017 gehörte sie außerdem zu den Gewinnerinnen des Awards „25 Frauen, deren Erfindungen unser Leben verändern“. Im Oktober 2025 folgte der Swedish Concrete Award. Der Schwedische Betonverband würdigte damit ihr jahrzehntelanges Engagement für die Wiederverwendung von Betonfertigteilen.

Nun kommt mit der Aufnahme in die Tagesspiegel-Serie „100 wichtigsten Köpfe der Berliner Wissenschaft“ eine weitere Würdigung hinzu. Die Redaktion stellt darin jährlich Forschende aus Berlin und Brandenburg vor, die durch Forschung, Lehre oder gesellschaftliches Engagement besonders auffallen.

Eine Idee, die heute aktueller ist denn je

Als Mettke mit ihrer Forschung begann, war Kreislaufwirtschaft in der Baubranche noch kein großes Thema. Heute treffen ihre Ideen auf eine Branche, in der Rohstoffverbrauch, Klimaschutz und Baukosten immer stärker diskutiert werden. Das Projekt in Kolkwitz zeigt dabei direkt vor unserer Haustür, was möglich ist: Betonplatten, die andernorts als Bauschutt gelten würden, werden wieder zu Wänden und Decken eines neuen Gebäudes.

Jetzt weiterlesen: Unser Tages-Liveticker auf radiocottbus.de bringt euch die Lausitz-News von heute auf einen Blick.

Hinweis: Wenn du etwas googelst, bekommst du neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn du radiocottbus.de als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für dich auf.  Füge radiocottbus.de hier als bevorzugte Quelle hinzu.

---
---

Autor: Redaktion

Und auf Radio Cottbus …

mehr Lausitznews