Die Bodenrichtwerte in Oberspreewald-Lausitz sind seit 2016 gestiegen. Berücksichtigt man allerdings die Inflation, bleibt von diesem Anstieg kaum etwas übrig. Laut der aktualisierten Auswertung des Unternehmens Grundradar beträgt der reale Zuwachs über zehn Jahre lediglich 0,8 Prozent. Seit 2022 sind die Werte nach Abzug der Inflation sogar gesunken.
Bodenrichtwerte in Oberspreewald-Lausitz: Was die Zahlen zeigen
Für seine Untersuchung hat Grundradar die amtlichen Bodenrichtwerte von 112 vergleichbaren Wohnzonen im Landkreis ausgewertet.
Zwischen Anfang 2016 und Anfang 2026 stiegen die Werte nominal, also ohne Berücksichtigung der Inflation, um 32,2 Prozent. Da die Verbraucherpreise im selben Zeitraum ebenfalls deutlich zulegten, ergibt sich inflationsbereinigt nur ein Plus von 0,8 Prozent.
Die Grundlage der Untersuchung bilden die amtlichen Daten aus BORIS Brandenburg. Die Berechnung der inflationsbereinigten Entwicklung stammt von Grundradar.
Seit 2022 verlieren die Werte real an Boden
Besonders deutlich zeigt sich der Unterschied zwischen nominalen und realen Werten beim Blick auf die vergangenen vier Jahre.
Von 2022 bis 2026 stiegen die Bodenrichtwerte nominal um sechs Prozent. Gleichzeitig erhöhten sich die Verbraucherpreise um 16,7 Prozent.
Nach Abzug der Inflation ergibt sich damit ein Rückgang von 9,2 Prozent. Ihren inflationsbereinigten Höchststand erreichten die Bodenrichtwerte im Landkreis laut Grundradar im Jahr 2022.
Große Unterschiede zwischen den Gemeinden
Die Entwicklung fällt innerhalb von Oberspreewald-Lausitz sehr unterschiedlich aus. In der vorliegenden Gemeindeauswertung verzeichnen unter anderem Lübbenau mit 20,3 Prozent und Großräschen mit 16,7 Prozent deutliche reale Zuwächse seit 2016.
Auch Senftenberg liegt mit einem inflationsbereinigten Plus von 2,7 Prozent leicht über dem Ausgangswert.
Anders sieht es in mehreren anderen Gemeinden aus. In Lauchhammer gingen die Werte real um 5,8 Prozent zurück, in Vetschau um sechs Prozent. Ruhland verzeichnet ein Minus von 15,3 Prozent und Calau von 16,2 Prozent.
Für Neu-Seeland und Hohenbocka weist die Auswertung besonders hohe Zuwächse aus. Dort liegt allerdings jeweils nur eine vergleichbare Wohnzone zugrunde. Solche Einzelwerte sind deshalb nur eingeschränkt aussagekräftig.
Was Bodenrichtwerte über Grundstückspreise aussagen
Ein Bodenrichtwert beschreibt den durchschnittlichen Bodenwert innerhalb einer bestimmten Zone. Die Gutachterausschüsse leiten ihn aus tatsächlichen Grundstückskäufen ab.
Er ist allerdings nicht mit dem Verkaufspreis eines einzelnen Grundstücks gleichzusetzen. Lage, Größe und weitere Eigenschaften können den tatsächlichen Preis beeinflussen.
Grundradar hat ausschließlich Wohnbauflächen berücksichtigt. Für mehrere Gemeinden im Landkreis liegen keine vergleichbaren Zonen für den gesamten Untersuchungszeitraum vor.
Die vollständige aktualisierte Auswertung ist bei Grundradar veröffentlicht. Die zugrunde liegenden amtlichen Werte sind über BORIS Brandenburg abrufbar.
Jetzt weiterlesen: Unser Tages-Liveticker auf radiocottbus.de bringt euch die Lausitz-News von heute auf einen Blick.
Hinweis: Wenn du etwas googelst, bekommst du neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn du radiocottbus.de als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für dich auf. Füge radiocottbus.de hier als bevorzugte Quelle hinzu.

























