Das Windrad in Schipkau hat seine endgültige Höhe von 365 Metern erreicht und stellt damit einen neuen Weltrekord auf.
Nur der Berliner Fernsehturm ist höher
Am Montag haben die Spezialisten den letzten entscheidenden Arbeitsschritt abgeschlossen. Ein Teleskopmechanismus schob den Innenturm nach oben. Anschließend fixierte das Team die Konstruktion auf ihrer endgültigen Höhe. Die Anlage erreicht mit den Rotorblättern 365 Meter. Die Nabe sitzt in 300 Metern Höhe. GICON bezeichnet die Anlage damit als höchste Windenergieanlage der Welt. Auch der Bundesverband Windenergie bestätigt den Rekord.
Das Windrad gehört jetzt auch zu den höchsten Bauwerken Deutschlands. Nur der 368 Meter hohe Berliner Fernsehturm überragt die Anlage noch. Zwischen beiden liegen damit gerade einmal drei Meter.
Wind hatte Arbeiten verzögert
Eigentlich wollte das Team die endgültige Höhe bereits früher erreichen. Starke Windböen stoppten die Arbeiten jedoch mehrfach. GICON wartete deshalb auf geeignete Wetterbedingungen und setzte den letzten Hub anschließend fort. Die abschließenden Arbeiten am Turm dauern nach Unternehmensangaben noch einige Tage. GICON plant die offizielle Inbetriebnahme im November. Danach soll die Anlage Strom für bis zu 7.500 Haushalte erzeugen können. Das Besondere liegt nicht nur in der Höhe. In 300 Metern weht der Wind stärker und gleichmäßiger als in niedrigeren Luftschichten. GICON erwartet dadurch bei vergleichbarem Rotordurchmesser einen deutlich höheren Energieertrag als bei herkömmlichen Windkraftanlagen.
Pilotprojekt für Windenergie in großer Höhe
GICON baut den Höhenwindturm im Auftrag der Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIND. Die Konstruktion besteht aus einem äußeren Gitterturm und einem ausfahrbaren Innenturm. Das Unternehmen montiert die Turbine zunächst in geringerer Höhe und fährt sie anschließend mit dem Innenturm nach oben. Mit dem Pilotprojekt wollen die Entwickler zeigen, ob Windenergieanlagen künftig stärkere Höhenwinde nutzen und dadurch auf derselben Fläche mehr Energie erzeugen können.
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