In Cottbus haben am Freitag rund 250 Schülerinnen und Schüler sowie erwachsene Unterstützer gegen die geplante Ausweitung des Wehrdienstes demonstriert. Die Kundgebung startete um 11:30 Uhr auf dem Altmarkt. Anschließend zogen die Teilnehmer durch die Innenstadt.
Demonstration führt durch Cottbus
Die Demonstration startete am Altmarkt und führte unter anderem zum Niedersorbischen Gymnasium, zum Max-Steenbeck-Gymnasium, zum Piccolo Theater am Erich-Kästner-Platz und zum Platz Am Stadtbrunnen. Danach kehrten die Teilnehmer zum Altmarkt zurück. Die Initiative „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ organisierte die Aktion. Sie veranstaltete damit bereits ihren vierten Aktionstag in Cottbus. Nach Angaben der Organisatoren kamen im Mai rund 200 Menschen zu einer ähnlichen Kundgebung auf dem Altmarkt. Die Teilnehmer kritisieren vor allem die Pläne für den neuen Wehrdienst. Die Initiative fordert unter anderem, die weiteren Schritte zur Erfassung und Musterung junger Menschen nicht umzusetzen.
Warum demonstrieren die Schüler?
Seit Januar 2026 gelten neue Regeln für den Wehrdienst. Der Staat schickt seit diesem Jahr Fragebögen an junge Menschen, die 18 Jahre alt werden. Männer müssen den Fragebogen ausfüllen, für Frauen bleibt das freiwillig. Der eigentliche Wehrdienst bleibt zunächst freiwillig. Ab 2026 baut die Bundeswehr außerdem die verpflichtende Musterung für Männer ab dem Geburtsjahrgang 2008 auf. Die Bundeswehr plant den Start der regulären Musterungen ab 1. Juli 2027. Genau diese Entwicklung kritisiert die Cottbuser Initiative. Die Organisatoren sprechen von zu frühen Musterungen und lehnen eine mögliche Rückkehr zu einer allgemeinen Wehrpflicht ab.
Streit am Max-Steenbeck-Gymnasium
Schon vor der Demonstration sorgte der Schulstreik in Cottbus für Diskussionen. Am Max-Steenbeck-Gymnasium warfen Organisatoren dem Schulleiter vor, Schülern wegen ihrer Teilnahme mit einer Suspendierung gedroht zu haben. Schulleiter Matthias König widersprach dieser Darstellung. Er erklärte, dass sich seine Kritik nicht gegen den Schulstreik selbst richte. Stattdessen ging es ihm um Aussagen auf der Rückseite eines Flyers. Nach seiner Einschätzung könnten diese Aussagen jüngere Schüler zu stark beeinflussen. Trotz der Diskussion gingen am Freitag zahlreiche Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit erwachsenen Unterstützern in Cottbus auf die Straße.
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