Das Amt Unterspreewald muss stärker gegen den Eichenprozessionsspinner im Dahme-Spreewald vorgehen. Das Verwaltungsgericht Cottbus hat die Behörde per Eilentscheidung verpflichtet, wirksame Maßnahmen gegen die Raupen an elf Eichen nahe eines Wohnhauses zu ergreifen. Das teilt der rbb mit.
Eichenprozessionsspinner im Dahme-Spreewald: Familie klagt wegen Beschwerden
Ein Anwohner hatte sich an das Gericht gewandt, nachdem die Raupen bei ihm und seiner Familie gesundheitliche Probleme ausgelöst haben sollen. Genannt werden unter anderem anhaltende Hautausschläge.
Die betroffenen Eichen stehen in unmittelbarer Nähe des Hauses. Nach Auffassung des Gerichts reichen die bisherigen Schritte des Amtes nicht aus.
Absperrungen und Besprühen reichen nicht
Bislang hatte das Amt die betroffenen Bereiche abgesperrt und die Bäume besprüht. Das Verwaltungsgericht Cottbus entschied jedoch, dass diese Maßnahmen in diesem konkreten Fall nicht genügen.
Behörden dürfen bei der Bekämpfung grundsätzlich Prioritäten setzen. Das Amt konnte nach Ansicht des Gerichts aber nicht ausreichend erklären, warum stärkere Maßnahmen an den elf Eichen nicht möglich sein sollen.
Brennhaare können lange gefährlich bleiben
Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter. Seine Raupen bilden feine Brennhaare aus, die bei Kontakt unter anderem Juckreiz, Hautreizungen, allergische Reaktionen und Atembeschwerden auslösen können.
Besonders tückisch: Auch alte Nester können noch lange eine Gefahr darstellen. Die Brennhaare bleiben dort über längere Zeit erhalten. Deshalb sollten Menschen Abstand zu befallenen Eichen halten und Nester keinesfalls selbst entfernen.
Befall auch in Cottbus und weiteren Orten der Lausitz
Der Eichenprozessionsspinner beschäftigt derzeit viele Kommunen in der Region. In Cottbus wurden unter anderem im Eliaspark und im Spreeauenpark befallene Eichen abgesperrt. Die Stadt lässt Nester durch Spezialfirmen entfernen.
Auch in Krieschow, Lübbenau, Lübben sowie zwischen Krausnick und Schlepzig wurden zuletzt größere oder mehrere Befallsbereiche gemeldet. Betroffene Kommunen setzen auf Warnschilder, Absperrungen und die Entfernung der Nester durch Fachfirmen.
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