Lausitz Klinikum Forst

Protest an der Lausitz Klinik Forst am Freitag

LIVEBLOGDieser Eintrag war Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Mittwoch, 18. Februar 2026“.Liveblog ansehen

Am Freitag gehen rund 330 Beschäftigte der Lausitz Klinik Forst ab 12 Uhr vor dem Krankenhaus in eine aktive Mittagspause. Im Mittelpunkt steht der Erhalt der Lausitz Klinik Forst – und damit zugleich die Zukunft der medizinischen Versorgung in Forst (Lausitz).

Breite Unterstützung für den Erhalt der Lausitz Klinik Forst

Zu der Aktion rufen die Gewerkschaften ver.di, Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) sowie der Marburger Bund gemeinsam auf. Insgesamt beteiligen sich rund 190 Pflegefachkräfte und etwa 60 Ärztinnen und Ärzte. Darüber hinaus sind ausdrücklich auch Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich solidarisch zu zeigen und den Erhalt der Lausitz Klinik Forst zu unterstützen.

Damit soll nicht nur ein internes Signal an den Träger gesendet werden, sondern ebenso ein deutliches Zeichen an Politik und Öffentlichkeit.

Geplanter Eigentümerwechsel als Auslöser

Die Lausitz Klinik Forst GmbH ist ein Krankenhaus der Grundversorgung mit rund 209 Planbetten und im Landeskrankenhausplan vom 22. Juni 2021 verankert. Während 49 Prozent der Anteile bei der Stadt Forst (Lausitz) liegen, hält die Klinikum Ernst von Bergmann GmbH 51 Prozent.

Allerdings plant die Potsdamer Gesellschaft, ihre Anteile an das Evangelische Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin zu veräußern. Hintergrund sind insbesondere wirtschaftliche Schwierigkeiten der Klinik in den vergangenen Jahren. Genau dieser geplante Verkauf sorgt nun für erhebliche Verunsicherung unter den Beschäftigten.

Sorge vor Lohnabsenkungen und weiteren Einschnitten

Im Zusammenhang mit dem möglichen Eigentümerwechsel hat das Evangelische Diakonissenhaus sowohl ver.di als auch den Marburger Bund zu getrennten Tarifverhandlungen eingeladen. Dabei geht es um Beschäftigungssicherung durch Lohnabsenkungen. Die Mitglieder der Gewerkschaften haben sich jedoch in Versammlungen klar gegen weitere finanzielle Einschnitte ausgesprochen. Denn aus ihrer Sicht sind die Belastungen bereits seit Jahren hoch.

Bereits seit 2003 finanzielle Zugeständnisse

Schon seit 2003 leisten die Beschäftigten nach eigenen Angaben ihren Beitrag zum Erhalt der Lausitz Klinik Forst. So wurde zwischen 2004 und 2014 die wöchentliche Arbeitszeit für nichtärztliche Vollzeitkräfte ohne Lohnausgleich um bis zu fünf Stunden reduziert. Zusätzlich gab es zeitweise Reduzierungen um drei Stunden.

Anschließend bestand von 2015 bis 2021 keine Tarifbindung. Infolgedessen blieben auch Tariferhöhungen aus. Erst seit dem 1. Januar 2022 gilt wieder ein ver.di-Tarifvertrag für die nichtärztlichen Beschäftigten.

Allerdings erreichte das Entgeltniveau damals lediglich 92,5 Prozent des TVöD. In der Pflege liegt es seit Juli 2025 bei rund 91 Prozent, ab Mai 2026 sogar nur noch bei etwa 89 Prozent. Bei den übrigen nichtärztlichen Beschäftigten ist das Niveau nochmals um zwei Prozentpunkte niedriger. Auch die ärztlichen Gehälter liegen unter dem Flächentarifvertrag der kommunalen Krankenhäuser.

Klare Forderungen an Politik und Träger

Die Gewerkschaften fordern deshalb:

  • den dauerhaften Erhalt der Lausitz Klinik Forst
  • keine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen
  • eine auskömmliche Finanzierung der Krankenhäuser durch die öffentliche Hand

Damit verbinden sie die Hoffnung, dass der Standort langfristig gesichert werden kann und gleichzeitig faire Bedingungen für die Beschäftigten bestehen bleiben.

Mehr aktuelle Nachrichten aus der Lausitz gibt’s im laufenden Programm von Radio Cottbus und auf radiocottbus.de.

---
---

Autor: Redaktion

Und auf Radio Cottbus …

mehr Lausitznews