Die ostdeutsche Landwirtschaft tritt geschlossen auf. Auf der Grünen Woche in Berlin sind die Agrarminister der östlichen Bundesländer zu einem Spitzentreffen verabredet. Gastgeberin ist Brandenburgs Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt. Ziel ist ein gemeinsames Vorgehen bei zentralen Zukunftsfragen der Landwirtschaft.
Im Fokus stehen die EU-Agrarpolitik ab 2028 und die anhaltenden Unsicherheiten rund um die Düngeverordnung.
Gemeinsame Linie für den Osten
Beim Treffen am Rande der Grüne Woche wollen die ostdeutschen Agrarminister und die Landesbauernpräsidenten ihre Positionen abstimmen. Ministerin Hanka Mittelstädt setzt dabei bewusst auf Geschlossenheit.
Die Botschaft ist klar: Die Interessen der ostdeutschen Landwirtschaft sollen mit einer Stimme vertreten werden. Nicht nur gegenüber dem Bund, sondern auch auf EU-Ebene.
Ein zentrales Thema ist die Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU ab 2028. Aus Sicht der ostdeutschen Länder darf es keine Benachteiligung großer landwirtschaftlicher Betriebe geben.
Besonders kritisch gesehen werden Pläne zur Kappung und Degression von Fördermitteln, die vor allem großflächige Agrarunternehmen treffen würden. Diese Strukturen sind typisch für Ostdeutschland und wirtschaftlich leistungsfähig.
Sorge um die Düngeverordnung
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Rechtsunsicherheit bei der Düngeverordnung. Gerade vor dem Start ins Frühjahr brauchen Landwirte klare und verlässliche Regeln. Unklare Vorgaben belasten Betriebe zusätzlich in wirtschaftlich ohnehin angespannten Zeiten.
Aus Sicht der Minister ist Planungssicherheit hier existenziell für viele landwirtschaftliche Unternehmen.
Offensive Ost startet in Berlin
Das Treffen markiert den Start der sogenannten Offensive Ost von Ministerin Mittelstädt. Bereits im April soll ein weiteres Spitzentreffen auf EU-Ebene in Brüssel folgen. Dort wollen die ostdeutschen Länder ihre Positionen direkt in die europäischen Verhandlungen einbringen.
Ein weiteres Signal: Brandenburg übernimmt 2027 den Vorsitz der Agrarministerkonferenzen. Damit bekommt das Land eine Schlüsselrolle im entscheidenden Jahr für die GAP-Reform.
Wettbewerbsfähigkeit sichern
Nach Einschätzung von Ministerin Mittelstädt gehören die ostdeutschen Agrarbetriebe zu den wettbewerbsfähigsten in Europa. Diese Stärke dürfe nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden – auch im Hinblick auf eine stabile europäische Nahrungsmittelversorgung.
Die Entwicklung des ländlichen Raums soll deshalb auch künftig ein zentrales Element der EU-Agrarpolitik bleiben.
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