Die Zukunft der Krimlinden in der Briesker Ringstraße ist entschieden: Die letzten 25 alten Bäume dürfen gefällt werden. Nach mehr als einem Jahr voller Diskussionen, Vorwürfen und hitziger Debatten hat die Stadtverordnetenversammlung in Senftenberg nun eine klare Mehrheit gefunden. Für viele Anwohner endet damit ein zermürbender Streit – für die Gartenstadt Marga beginnt der nächste Schritt ihrer Verjüngung.
Ein Konflikt, der die ganze Gartenstadt beschäftigt hat
Kaum ein lokales Thema hat die Menschen in Marga in den vergangenen Monaten so polarisiert wie der Zustand der alten Krimlinden entlang der Ringstraße. Was als Teil eines geplanten Alleenneuaufbaus begann, wurde schnell zu einem Symbol für Identität, Erinnerung und Veränderung.
Viele Bewohner sehen in der Allee ein Stück Heimat. Andere forderten seit Monaten eine schnelle Entscheidung, weil die über hundert Jahre alten Bäume nicht mehr standsicher seien. Parallel dazu prägten persönliche Vorwürfe und politische Schärfe die Debatte – ein Zeichen dafür, wie emotional das Thema geworden war.
Abstimmung mit deutlichem Ergebnis
In der entscheidenden Sitzung fiel die Abstimmung überraschend klar aus: Die eingebrachten Anträge, die Fällungen zu stoppen, fanden keine Mehrheit. Damit ist der Weg frei, die letzten 25 Krimlinden zeitnah zu entfernen.
Was bedeutet das konkret?
Die Stadt folgt dem bereits laufenden Konzept zur vollständigen Verjüngung der Allee. In den ersten Bauabschnitten wurden bereits rund 150 junge Krimlinden gesetzt – sie sollen künftig das Bild der ringförmigen Gartenstadt prägen.
Warum die Krimlinden ersetzt werden sollen
Fachleute der Stadtverwaltung halten die Rodungen für alternativlos. Die alten Bäume seien kaum noch standsicher, mehrere Gutachten hätten darauf hingewiesen, dass Windlast und Wurzelzustand ein Risiko darstellen. Gleichzeitig spielt der Denkmalschutz eine zentrale Rolle: Um das historische Gesamtbild zu erhalten, soll die Allee in einem einheitlichen Wachstumszustand nachgepflanzt werden.
In zwei früheren Bauabschnitten wurden bereits zahlreiche Jungbäume gesetzt – fast alle sind angewachsen. Die Verwaltung sieht die bisherigen Erfolge als Beleg dafür, dass der eingeschlagene Weg funktioniert.
Streit um Vorwürfe – und eine späte Entschuldigung
Neben Sachargumenten bestimmten persönliche Anschuldigungen zuletzt die Diskussion. Ein Stadtverordneter stellte sogar die Arbeit der Verwaltung öffentlich infrage und warf Beteiligten unlautere Motive vor. Die Vorwürfe wurden später zurückgenommen, die Stimmung blieb jedoch angespannt.
Dennoch: Für viele im Ort zählt am Ende die Entscheidung – und das Ende eines Konflikts, der die Stimmung in Brieske über Monate belastet hat.
Mehrheit der Anwohner will Klarheit
Vor Ort ist die Haltung nach Angaben des Ortsbeirates eindeutig: Die Menschen wünschen sich ein Ende der Hängepartie. Viele empfinden die jahrelangen Verzögerungen als Belastung und wollen, dass die geplanten Neupflanzungen endlich beginnen.
Im beschlossenen Doppelhaushalt Senftenbergs sind die notwendigen Mittel bereits eingeplant. Damit kann die Stadt nun eine Firma beauftragen, die Altbäume fachgerecht zu fällen. Die neuen Krimlinden sollen im Herbst 2026 in den Boden kommen. Dann wäre die vollständige Verjüngung der Allee abgeschlossen.
Ein Kapitel endet – und ein neues beginnt
Mit der Entscheidung der Stadtverordneten endet ein langes Ringen um Tradition, Sicherheit und Zukunft. Die historische Gartenstadt Marga soll ihre markante Allee behalten – aber in einer neuen, jüngeren Form, die wieder Jahrzehnte wachsen kann.
Viele Hoffnungen richten sich jetzt darauf, dass die Diskussionen verstummen und die Anwohner einen sichtbaren Neustart erleben, sobald die neuen Bäume gesetzt sind.
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