Die Zivilcourage in Spremberg bekommt bundesweite Aufmerksamkeit: Bürgermeisterin Christine Herntier ist gemeinsam mit den Pfarrerinnen Elisabeth Schulze und Jette Förster von den Bürgerinitiativen „Unteilbar Spremberg“ und „AG Spurensuche“ für ihren Einsatz gegen den Rechtsextremismus ausgezeichnet worden. Der Preis wird jährlich vom Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Jüdischen Gemeinde zu Berlin vergeben und würdigt Menschen, die Haltung zeigen, wenn Extremisten versuchen, Städte und Köpfe zu besetzen.
Zivilcourage in Spremberg wird ausgezeichnet
Vier Monate nach ihrem öffentlichen Appell gegen Neonazis erhält Herntier den Preis für mutiges Handeln. Im Juli hatte sie vor dem wachsenden Einfluss rechtsextremer Gruppen gewarnt, vor allem nachdem sich Hakenkreuze, SS-Runen und Aktivitäten der Kleinstpartei „Dritter Weg“ in Spremberg zunehmend gehäuft hatten.
Ilan Kiesling von der Jüdischen Gemeinde lobte gestern bei der Preisverleihung vor allem ihren „mutigen öffentlichen Auftritt im Amtsblatt“. Auch die beiden Pfarrerinnen Schulze und Förster werden für ihren Einsatz in den Initiativen Unteilbar Spremberg und AG Spurensuche geehrt.
„War das wirklich so mutig?“
Bei der Preisverleihung stellte Herntier die Ehrung selbst in Frage:
„War das wirklich so mutig?“, sagte sie. Haltung gegen Rechtsextremismus müsse selbstverständlich sein. Doch der Wirbel nach ihrem Brandbrief – inklusive Kritik aus der AfD – habe in der Stadt viel bewegt.
Der gemeinsame Appell habe einen Stimmungswandel ausgelöst. Viele Menschen fühlten sich ermutigt, klar gegen Rechtsextremismus aufzutreten. Schulen arbeiteten enger zusammen, Austausch und Vernetzung seien spürbar gewachsen.
Maßnahmen gegen rechtsextreme Szene
Brandenburgs Innenminister René Wilke kündigte zusätzliche Maßnahmen an, darunter mehr Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen. Herntier sieht das als wichtigen Schritt:
„Wir jagen ja immer einem Phantom hinterher: Früh wachen Sie auf und die Stadt ist voll mit Hakenkreuzen.“
Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert, doch für die Preisträgerinnen zählt vor allem die Botschaft: Zivilcourage ist nötig, sichtbar und wirksam.
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