Großer Erfolg für Brandenburgs Pflegepolitik: Sozialministerin Britta Müller hat den Pakt für Pflege als „echte Erfolgsgeschichte“ bezeichnet. Beim 11. Brandenburger Pflegefachtag in Potsdam erklärte sie, dass der Pakt entscheidend dazu beitrage, die häusliche Pflege zu stärken und die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte zu verbessern.
Pflege im Mittelpunkt – Zuhause statt im Heim
„Wir alle wissen: Die Menschen in unserem Land möchten – solange es möglich ist – auch bei Pflegebedürftigkeit in ihrem eigenen Zuhause leben“, so Ministerin Müller.
Der Pakt für Pflege sorge genau dafür, dass das möglich bleibt. Er entlaste stationäre Einrichtungen und setze auf ambulante Pflegeangebote, die Angehörige und Pflegedienste unterstützen.
Brandenburg verfolgt damit eine klare Strategie: Pflegekräfte sollen gezielt eingesetzt, Angehörige gestärkt und Kommunen stärker in die Verantwortung genommen werden.
Caring Communities – zusammen Zukunft gestalten
Der diesjährige Pflegefachtag steht unter dem Motto „Caring Communities – zusammen Zukunft gestalten“. Rund 160 Teilnehmende diskutieren zwei Tage lang über Innovationen, Strategien und die Weiterentwicklung der Pflegeinfrastruktur im Land.
Veranstaltet wird die Fachtagung von der Qualitätsgemeinschaft Pflege, einer Initiative der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege. Das Land Brandenburg unterstützt den Fachtag in diesem Jahr mit 25.000 Euro.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Versorgung Pflegebedürftiger langfristig gesichert werden kann – gerade angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels.
Pakt für Pflege 2.0: Mehr Unterstützung vor Ort
Mit dem „Pakt für Pflege 2.0“ führt das Land die erfolgreiche Initiative fort.
Seit dem 1. Juli 2025 gelten zwei neue Förderrichtlinien:
- Pflege vor Ort – stärkt kommunale Projekte zur besseren Pflegebetreuung
- Ausbau und Weiterentwicklung von Pflegestützpunkten – verbessert die Beratung und Vernetzung
Für beide Programme stellt das Land rund elf Millionen Euro jährlich bereit.
Ein zentraler Bestandteil ist der Ausbau der Nachbarschaftshilfe als alltagsunterstützende Leistung. Außerdem werden Pflegestützpunkte digitaler, barrierefreier und stärker vernetzt.
Müller betonte: „Angesichts des Fachkräftemangels müssen wir auch die Potenziale der Zivilgesellschaft stärker nutzen. Freiwilliges Engagement ist unverzichtbar, besonders in ländlichen Regionen. „
Über 660 Projekte seit 2021
Seit dem Start des Pakts im Jahr 2021 wurden in 88 Prozent aller Ämter und Gemeinden mehr als 660 Projekte umgesetzt – von Nachbarschaftsnetzwerken über Betreuungsangebote bis hin zu Wohnraumberatung.
Damit zeigt sich: Der Brandenburger Pakt für Pflege wirkt – und wird nun Schritt für Schritt weiterentwickelt.
Immer mehr Pflegebedürftige im Land
Die Herausforderungen bleiben groß. Laut Pflegestatistik 2023 leben in Brandenburg inzwischen über 214.000 pflegebedürftige Menschen – ein Anstieg um rund 16 Prozent in nur zwei Jahren.
57 Prozent von ihnen sind über 80 Jahre alt, fast 89 Prozent werden zu Hause gepflegt.
Damit wächst auch der Bedarf an Fachkräften, Unterstützung und gezielten Förderungen – genau hier setzt der Pakt für Pflege 2.0 an.
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