In Lauchhammer liegt das geplante Tourismusprojekt auf Eis. Die Stadtverordneten haben entschieden, das Vorhaben vorerst nicht weiterzuverfolgen, weil der zukünftige Betrieb angesichts der angespannten Haushaltslage nicht zu stemmen ist. Trotz jahrelanger Vorbereitung steht das Projekt damit plötzlich still – zumindest vorübergehend.
Projekt sollte Identität und Besuchermagnet zugleich werden
Das Tourismusprojekt war als modernes Bildungs- und Erlebniszentrum „Erz und Kohle“ geplant, das die industrielle Geschichte der Stadt neu erlebbar machen sollte. Vorgesehen waren zwei Standorte: ein Bereich am Kunstgussmuseum und ein weiterer an den markanten Biotürmen. Dort sollten Besuchende in einer offenen Erlebnislandschaft mit Kunst, Bewegung und neuen Freizeitangeboten zusammenkommen.
Für viele in der Stadt wäre das Zentrum mehr gewesen als ein touristischer Impuls. Es sollte ein Ort werden, der Stolz, Tradition und Zukunft verbindet.
Haushaltsdefizit zwingt zum Stopp
Die Stadt rechnet ab 2027 mit einem Minus in Millionenhöhe. Damit fehlen die Mittel für freiwillige Ausgaben – und genau dazu hätte der laufende Betrieb des Tourismusprojektes gehört. Mehrere hunderttausend Euro pro Jahr wären notwendig gewesen, um das Zentrum dauerhaft zu unterhalten.
Für die Verantwortlichen fühlt sich die Entscheidung wie ein Rückschlag an, aber sie ist eine Folge der finanziellen Realität. Die Kommune muss ein Haushaltssicherungskonzept aufstellen und strenge Auflagen erfüllen.
Wirtschaftliche Schwäche trifft mehrere Städte
Lauchhammer steht mit dem Problem nicht allein da. Auch Cottbus und weitere Kommunen in der Lausitz kämpfen mit hohen Defiziten und sinkenden Einnahmen. Gründe sind unter anderem steigende Sozialausgaben, strukturelle Unterfinanzierung und der Verlust großer Arbeitgeber.
Gleichzeitig bleibt der Strukturwandel anspruchsvoll: Geplante Gewerbeansiedlungen verzögern sich, Einnahmen brechen weg, neue Projekte geraten ins Wanken.
Hoffnung auf spätere Umsetzung bleibt
Trotz des Stopps bleibt das Tourismusprojekt langfristig möglich. Bis 2038 kann es wieder aufgenommen werden, wenn sich die Finanzlage verbessert. Auch eine kleinere Variante des ursprünglichen Konzepts ist denkbar. Für die Stadt bedeutet das: Die Vision bleibt lebendig, aber der Weg dorthin wird länger.
Wann es weitergeht, ist offen – vorerst ruht das Vorhaben, damit die bisherigen Planungen förderfähig bleiben und die Stadt keine zusätzlichen Kosten trägt.
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