Die IHK Cottbus warnt gemeinsam mit der IHK Ostbrandenburg sowie polnischen Partnern vor langfristigen wirtschaftlichen Schäden durch die seit fast zwei Jahren bestehenden Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Polen. Mit einem gemeinsamen „Grenzüberschreitenden Appell der Wirtschaft“ richten sich die Kammern und Arbeitgeberverbände jetzt geschlossen an die Regierungen beider Länder.
Geschlossenes Signal aus der Grenzregion
In Frankfurt (Oder) wurde der Appell heute offiziell von allen vier Partnern unterzeichnet – zuletzt durch Kamila Szwajkowska, Hauptgeschäftsführerin der Westlichen Industrie- und Handelskammer (ZIPH) in Gorzów Wielkopolski. Neben der ZIPH sind auch der Arbeitgeberverband Lubuskie (OPZL), die IHK Ostbrandenburg und die IHK Cottbus Mitinitiatoren. Gemeinsam vertreten sie zehntausende Unternehmen in Süd- und Ostbrandenburg sowie in der polnischen Region Lubuskie.
Kritik an Dauer der GrenzKontrollen
Die Wirtschaftsvertreter üben scharfe Kritik an den Kontrollen, die ursprünglich als Sicherheitsmaßnahme eingeführt wurden, inzwischen aber den Alltag in der Grenzregion massiv beeinträchtigen. Betroffen sind vor allem Pendler, Lieferketten und der Warenverkehr.
„Zu Stoßzeiten kommt es an den Übergängen zu unnötigen Staus, was die Planungssicherheit der Unternehmen zerstört“, so der Präsident der IHK Cottbus, Jens Warnken.
Forderungen an die Politik
Die Unterzeichner verlangen kurzfristige Entlastungsmaßnahmen – etwa zusätzliche Kontrollspuren auf den Autobahnen und gemeinsame Kontrollen von Bundespolizei und polnischem Grenzschutz. Langfristig brauche es jedoch eine klare politische Strategie mit einem konkreten Zeitplan für das Ende der Kontrollen.
„Die Unternehmen brauchen mehr denn je Verlässlichkeit – auch und gerade in der immer wichtiger werdenden europäischen Zusammenarbeit“, betont Warnken.
Sorge vor Rückschritt
Hintergrund der Warnung: Über Jahrzehnte gewachsene wirtschaftliche und persönliche Beziehungen drohen durch die anhaltenden Grenzkontrollen Schaden zu nehmen. Aus Sicht der Kammern ist das ein Rückschritt für die gesamte Region – und ein Risiko für die künftige Entwicklung im deutsch-polnischen Grenzgebiet.

























