Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem und das Diakonissenhaus Teltow wollen künftig enger zusammenarbeiten. Eine langfristige Rahmenvereinbarung wurde am 5. Oktober in Cottbus unterzeichnet. Im Mittelpunkt stehen Patientenversorgung, Lehre, Forschung und Digitalisierung. Von der Kooperation sind auch mehrere Einrichtungen in der Lausitz betroffen. Zum Diakonissenhaus gehören unter anderem das Naëmi-Wilke-Stift in Guben, die Lausitz Klinik Forst und das Evangelische Krankenhaus Luckau.
Krankenhäuser könnten Lehrkrankenhäuser der MUL–CT werden
Ein wichtiger Teil der Zusammenarbeit betrifft die Ausbildung künftiger Medizinerinnen und Mediziner. Perspektivisch sollen Krankenhäuser des Diakonissenhauses als Lehrkrankenhäuser der MUL–CT qualifiziert werden können. Auch die Krankenhäuser und Medizinischen Versorgungszentren sollen stärker in die praktische Ausbildung, Weiterbildung und Forschung eingebunden werden.
Damit könnte ein Teil der medizinischen Ausbildung künftig noch stärker direkt in Einrichtungen der Region stattfinden.
Gemeinsame Versorgung über mehrere Standorte
Das Diakonissenhaus Teltow bringt sechs Krankenhäuser, eine Klinik für geriatrische Rehabilitation und vier medizinische Versorgungszentren in die Kooperation ein. Ziel ist eine stärker vernetzte Gesundheitsversorgung – besonders mit Blick auf ländliche Regionen. MUL-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Eckhard Nagel sieht die Vernetzung verschiedener Einrichtungen und Regionen als wichtigen Baustein für die künftige Gesundheitsversorgung in der Lausitz. Dabei sollen universitäre Medizin, Pflege und Therapie enger miteinander verbunden werden.
Digitalisierung spielt zentrale Rolle
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung. Als digitales Leitkrankenhaus will die MUL–CT neue Versorgungsformen, vernetzte Strukturen und datenbasierte Anwendungen entwickeln und in die praktische Versorgung bringen. Auch beim Diakonissenhaus soll die digitale Vernetzung künftig eine größere Rolle spielen.
Erste Medizinstudierende starten in Cottbus
Die MUL–CT wurde 2024 als erste staatliche Universitätsmedizin Brandenburgs gegründet. Zum Wintersemester 2026/27 starten die ersten 36 Studierenden im Modellstudiengang Humanmedizin. Ab 2028 sind außerdem drei weitere Masterstudiengänge geplant: Advanced Nursing Practice, Medical Data Science und Gesundheitssystemwissenschaften. Mit der neuen Kooperation soll das Netzwerk rund um die Medizinische Universität nun weiter wachsen – auch über Cottbus hinaus in die Lausitz.
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