Nach dem Tod des Dresdner Polizisten Maximilian Stoppa in Lauchhammer haben Ermittler neun mutmaßliche Mitglieder einer Autoschieberbande in Polen festgenommen. Das LKA Sachsen sieht eine Verbindung zwischen der Gruppe und dem damaligen Einsatz.
Polizei nimmt neun Verdächtige in Polen fest
Sächsische Ermittler und polnische Einsatzkräfte schlugen bereits am 22. September an mehreren Orten in Polen zu. Die Staatsanwaltschaft Dresden hatte zuvor Europäische Haftbefehle beantragt. Die Einsatzkräfte nahmen neun Männer fest. Insgesamt ermitteln Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt Sachsen gegen zwölf polnische Beschuldigte im Alter zwischen 19 und 54 Jahren. Sie werfen ihnen schweren Bandendiebstahl in mehr als 70 Fällen vor. Die neun Festgenommenen sitzen derzeit in Polen in Auslieferungshaft. Die Staatsanwaltschaft Dresden hat ihre Auslieferung nach Deutschland beantragt.
Nach Angaben des sächsischen LKA gehören die festgenommenen Männer zu einer Autoschieberbande, zu der auch ein Beteiligter am tödlichen Einsatz in Lauchhammer gehört haben soll. LKA-Präsident Dirk Lichtenberg bezeichnete die Festgenommenen gegenüber dem MDR als mutmaßliche Drahtzieher. Am 7. Januar 2025 verfolgten Polizisten mehrere mutmaßliche Autodiebe durch Südbrandenburg. In Lauchhammer wollte der 32-jährige Polizist Maximilian Stoppa die Flucht stoppen. Ein Autofahrer erfasste ihn mit seinem Wagen. Stoppa starb noch am Einsatzort.
Bande soll Autos im Wert von mehr als drei Millionen Euro gestohlen haben
Die Ermittler werfen der Gruppe vor, zwischen 2017 und Ende 2025 hochwertige Autos in Deutschland gestohlen, nach Polen gebracht und dort verkauft zu haben. Die Behörden verfolgen mehr als 70 mutmaßliche Autodiebstähle. Tatorte lagen in zahlreichen Bundesländern. Auch Lübbenau taucht in der Liste der Ermittler auf. Den Gesamtschaden beziffert das LKA auf mehr als drei Millionen Euro. Bei den Durchsuchungen in Polen fanden die Einsatzkräfte außerdem Fahrzeugteile von etwa 30 gestohlenen Autos. Insgesamt beteiligten sich 120 polnische und 60 sächsische Polizisten an dem Einsatz.
Urteil gegen Fahrer noch nicht rechtskräftig
Das Landgericht Cottbus verurteilte bereits im Mai einen 27-jährigen Polen zu zehn Jahren und sechs Monaten Haft. Das Gericht sprach ihn unter anderem wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens mit Todesfolge schuldig. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Angeklagte legten Revision ein. Deshalb prüft inzwischen der Bundesgerichtshof das Urteil. Die Ermittlungen gegen die mutmaßliche Autoschieberbande laufen weiter.
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