Ein Arzt, welcher mit seinem Patienten die Ergebnisse durchgeht

Beim Arztbesuch in Brandenburg verschweigt jeder Vierte Beschwerden

LIVEBLOGDieser Eintrag war Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Donnerstag, 3. September 2026“.Liveblog ansehen

Fast jeder vierte Erwachsene in Berlin und Brandenburg hat bei einem Arztbesuch schon einmal gesundheitliche Themen aus Scham, Peinlichkeit oder Misstrauen nicht angesprochen. Das geht aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag der BARMER hervor. Demnach betrifft das 23 Prozent der Befragten in der Region. Bundesweit sind es 18 Prozent. Besonders schwer fällt es vielen, über Partnerschaftsprobleme, Sexualgesundheit sowie häusliche Gewalt oder Missbrauch zu sprechen.

Beziehungsprobleme werden besonders häufig verschwiegen

In Berlin und Brandenburg gaben 23 Prozent der Befragten an, dass ihnen Gespräche über Partnerschafts- oder Beziehungsprobleme in der Arztpraxis schwerfallen. Bei Fragen zur Sexualgesundheit oder sexuellen Problemen waren es 20 Prozent. Über häusliche Gewalt oder Missbrauch sprechen 18 Prozent nur schwer.

Die BARMER weist darauf hin, dass solche Informationen für Diagnose und Behandlung wichtig sein können. Gerade bei sensiblen Themen könne Schweigen dazu führen, dass medizinisch relevante Zusammenhänge nicht erkannt werden.

Vertrauen in Ärzte trotzdem hoch

Grundsätzlich ist das Vertrauen in Ärztinnen und Ärzte in der Region laut Umfrage groß. 95 Prozent der Befragten in Berlin und Brandenburg gaben an, medizinischem Personal bei Gesundheitsthemen voll und ganz oder eher zu vertrauen. Bundesweit liegt dieser Anteil bei 92 Prozent. Die BARMER betont deshalb, dass Vertrauen und Scham gleichzeitig bestehen können. Auch Menschen, die ihrer Ärztin oder ihrem Arzt grundsätzlich vertrauen, könnten bestimmte Themen zurückhalten.

Jüngere Menschen schweigen bundesweit häufiger

Bundesweit zeigt sich zudem ein deutlicher Altersunterschied. Bei den 18- bis 29-Jährigen gaben 28 Prozent an, schon einmal gesundheitliche Themen beim Arzt verschwiegen zu haben. Bei Menschen ab 60 Jahren waren es 13 Prozent. Für Berlin und Brandenburg liegen zu den Altersgruppen allerdings keine gesonderten regionalen Zahlen vor.

Regionale Ergebnisse zeigen Tendenzen

Für die Umfrage befragte Forsa im Januar und Februar 2026 insgesamt 1.791 Menschen ab 18 Jahren telefonisch. Die gemeinsame Auswertung für Berlin und Brandenburg basiert auf 232 ungewichteten Interviews. Die gewichtete Fallzahl liegt bei 134. Aufgrund dieser vergleichsweise kleinen regionalen Stichprobe weist die BARMER darauf hin, dass die Ergebnisse für Berlin und Brandenburg als Tendenzen zu verstehen sind.

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Autor: Redaktion

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