Brandenburg hat zwei neue kulturelle Aushängeschilder: Quempas-Singen und Karneval wurden offiziell in das Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Quempas-Singen und Karneval bereichern das Kulturerbe
Die Entscheidung der Expertenjury bringt gleich doppelte Anerkennung: Neben der Luckauer Christmette mit traditionellem Quempas-Singen wurde auch der Brauch Karneval, Fasching und Fastnacht in Ostdeutschland neu aufgenommen. Beide Traditionen sollen nun auch auf Bundesebene gewürdigt werden.
Kulturministerin Dr. Manja Schüle betont: Brandenburg ist reich an lebendigen Traditionen, die Menschen verbinden und Identität stiften.
Luckauer Christmette mit Quempas-Singen
Die Luckauer Christmette mit traditionellem Quempas-Singen findet jährlich am 25. Dezember in den frühen Morgenstunden in der St.-Nikolai-Kirche in Luckau statt.
Das Quempas-Singen ist ein mittelalterlicher Wechselgesang. Dabei wird die Gemeinde in vier Chöre aufgeteilt, die sich im Kirchenraum gegenüberstehen. Die Strophen werden abwechselnd gesungen, bevor alle gemeinsam den Refrain anstimmen.
Die Bewerbung für diesen Eintrag wurde vom Luckauer Heimatverein e.V. gemeinsam mit der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Luckau eingereicht.
Karneval, Faschingund Fastnacht in Ostdeutschland
Auch der Brauch Karneval, Fasching, Fastnacht in Ostdeutschland wurde neu aufgenommen. Die Bewerbung erfolgte durch mehrere Karnevalsverbände aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Die Tradition reicht bis ins Mittelalter zurück und steht im Zusammenhang mit der christlichen Fastenzeit. Nach der Wiedervereinigung 1990 entstanden in den beteiligten Bundesländern rund 930 Vereine mit etwa 95.000 Mitgliedern.
Bedeutung und Einordnung
Mit den beiden Neuaufnahmen umfasst das Landesverzeichnis nun insgesamt 11 Einträge. Dazu gehören bereits Traditionen wie das Gold- und Silberschmiedehandwerk, die Bräuche der Lausitzer Sorben oder die Finsterwalder Sangestradition.
Deutschlandweit sind aktuell 168 Kulturformen im Verzeichnis vertreten, davon 8 aus Brandenburg. Die internationale Liste der UNESCO umfasst derzeit 716 Einträge aus 152 Ländern.
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