Die Entscheidung über eines der größten Forschungsprojekte Europas rückt näher. Mit dem Einstein-Teleskop Lausitz bewirbt sich die Region rund um Hoyerswerda, Kamenz und Bautzen um ein milliardenschweres Wissenschaftsprojekt.
Sollte die Lausitz den Zuschlag bekommen, könnte das Observatorium nicht nur die Forschung verändern – sondern auch bis zu 3000 neue Arbeitsplätze in der Region schaffen.
Einstein-Teleskop Lausitz soll Signale aus dem All messen
Das geplante Einstein-Teleskop Lausitz gehört zur nächsten Generation von Observatorien für Gravitationswellen. Mit dieser Technologie lassen sich extreme Ereignisse im Universum untersuchen.
Dazu zählen unter anderem:
- Kollisionen schwarzer Löcher
- Verschmelzungen von Neutronensternen
- neue Hinweise zur Entstehung des Universums
Das Besondere: Das Observatorium soll 200 bis 300 Meter tief unter der Erde gebaut werden. Dadurch können störende Erschütterungen reduziert werden, die empfindliche Messungen verfälschen würden.
Lausitzer Granit gilt als idealer Standort
Ein wichtiger Vorteil für das Einstein-Teleskop Lausitz ist der Untergrund der Region. Der Lausitzer Granitstock gilt als besonders stabil und ruhig – genau die Eigenschaften, die für hochpräzise Messungen notwendig sind.
In der Region laufen bereits seit einiger Zeit geologische Untersuchungen und Tiefenbohrungen, um die Eigenschaften des Gesteins genauer zu analysieren. Dabei werden Daten aus mehreren hundert Metern Tiefe ausgewertet.
Die Ergebnisse sollen zeigen, ob die Lausitz tatsächlich optimale Bedingungen für das unterirdische Observatorium bietet.
Mehrere Regionen konkurrieren um das Großprojekt
Die Lausitz ist nicht der einzige Bewerber für das europäische Forschungsprojekt.
Im Rennen um den Standort für das Einstein-Teleskop stehen aktuell drei Regionen:
- die Lausitz in Sachsen
- Sardinien in Italien
- die Euregio Maas-Rhein im Dreiländereck von Deutschland, Belgien und den Niederlanden
Die endgültige Entscheidung soll auf europäischer Ebene fallen.
Strukturwandel: Tausende Jobs möglich
Für die Lausitz wäre das Einstein-Teleskop Lausitz weit mehr als ein Forschungsprojekt. Die Region setzt große Hoffnungen darauf, damit neue Perspektiven im Strukturwandel nach dem Kohleausstieg zu schaffen.
Parallel entsteht bereits das Deutsche Zentrum für Astrophysik (DZA) in der Region. Dort werden langfristig rund 1000 Arbeitsplätze erwartet.
Zusätzlich könnten sich rund um das Teleskop weitere Branchen ansiedeln, etwa:
- Hightech-Unternehmen
- Sensorik und Messtechnik
- IT- und Datenanalysefirmen
- Unternehmen aus der Chip- und Halbleiterindustrie
Insgesamt rechnen Experten damit, dass rund um das Einstein-Teleskop Lausitz langfristig bis zu 3000 Arbeitsplätze entstehen könnten.
Milliardenprojekt mit weltweiter Bedeutung
Das geplante Observatorium gehört zu den größten Forschungsprojekten der kommenden Jahrzehnte.
Die Kosten werden auf rund 1,9 bis 3 Milliarden Euro geschätzt. Finanziert werden soll das Projekt gemeinsam von mehreren europäischen Staaten und Forschungseinrichtungen.
Als möglicher Baubeginn gilt derzeit die erste Hälfte der 2030er-Jahre.
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