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Pflegeheim-Kosten in Brandenburg steigen weiter über 2400 Euro

LIVEBLOGDieser Eintrag war Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Freitag, 23. Januar 2026“.Liveblog ansehen

Ein Platz im Pflegeheim wird für viele Menschen in Brandenburg immer schwerer bezahlbar. Der Eigenanteil liegt inzwischen im Schnitt bei über 2400 Euro im Monat – Tendenz steigend. Besonders brisant: Die Kosten unterscheiden sich je nach Landkreis deutlich.


Pflege wird zur finanziellen Belastung

Die Entscheidung für einen Pflegeheimplatz ist oft unvermeidlich – und für viele Familien eine enorme finanzielle Herausforderung. Trotz Entlastungen durch die Pflegeversicherung müssen Bewohnerinnen und Bewohner in Brandenburg immer mehr selbst zahlen. Der aktuelle Durchschnittswert liegt rund 200 Euro höher als im Vorjahr.


Gesamtkosten erstmals über 5000 Euro

Die Gesamtkosten eines Pflegeheimplatzes haben erstmals die Marke von 5000 Euro im Monat überschritten. Einen Teil übernimmt die Pflegekasse. Ein erheblicher Rest bleibt jedoch bei den Pflegebedürftigen hängen.

Der Eigenanteil setzt sich aus mehreren Posten zusammen:

  • Pflegekosten
  • Unterkunft und Verpflegung
  • Investitionskosten für Gebäude und Ausstattung

Große Unterschiede zwischen den Landkreisen

Wie hoch der Eigenanteil ausfällt, hängt stark vom Wohnort ab. In einigen Landkreisen zahlen Pflegebedürftige deutlich weniger, in anderen erheblich mehr. Ausschlaggebend sind vor allem Personalkosten, unterschiedliche Tarifverträge sowie regionale Investitionskosten.

Auch die Zusammensetzung der Bewohner spielt eine Rolle: Einrichtungen mit vielen Menschen in hohen Pflegegraden verursachen höhere Kosten.


Stadt-Land-Gefälle treibt Preise

Neben den Personalkosten wirkt sich auch der Wohnungsmarkt auf die Pflegepreise aus. In Regionen mit hohen Mieten steigen auch die Kosten für stationäre Pflege. Das verstärkt die Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Räumen zusätzlich.


Rente reicht oft nicht aus

Besonders dramatisch: Der monatliche Eigenanteil liegt häufig weit über der durchschnittlichen Altersrente. Viele Pflegebedürftige sind deshalb auf Sozialhilfe angewiesen. Bereits heute erhält ein großer Teil der Heimbewohner finanzielle Unterstützung.


Forderung nach Begrenzung der Eigenanteile

Politik und Krankenkassen fordern seit Längerem eine Obergrenze für den Eigenanteil. Pflege dürfe Menschen nicht in finanzielle Not bringen. Gleichzeitig wird betont, dass gute Pflege nur mit fair bezahltem Personal möglich ist.


Hilfe im Alltag als Alternative

Um Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern, setzt Brandenburg verstärkt auf Unterstützung im Alltag. Ziel ist es, Menschen so lange wie möglich ein Leben in der eigenen Wohnung zu ermöglichen – mit Beratung, Nachbarschaftshilfe und ambulanten Angeboten.


Mehr Hintergründe zu Pflege, Gesundheit und Sozialpolitik in Brandenburg findet Ihr auf radiocottbus.de und im Programm von Radio Cottbus.

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Autor: Redaktion

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