Elektroschrott wird in Cottbus zum Ausgangspunkt für ein innovatives Recyclingverfahren. Forschende der BTU Cottbus-Senftenberg entwickeln eine Technologie, mit der wertvolle Metalle aus Elektroschrott umweltfreundlich zurückgewonnen werden. Statt aggressiver Chemikalien kommen Mikroorganismen und CO2 zum Einsatz. Das Verfahren verbindet Klimaschutz, Ressourcenschonung und Strukturwandel in der Lausitz.
Wie Elektroschrott biologisch recycelt wird
Beim Recycling von Elektroschrott setzen die Wissenschaftler auf sogenanntes Biomining. Dabei arbeiten natürliche, für Mensch und Umwelt ungefährliche Bakterien, die Eisen- und Schwefelverbindungen oxidieren. So lösen sie Metalle direkt aus alten Leiterplatten.
Vor allem Kupfer, aber auch Gold und Silber, lassen sich aus Elektroschrott auf diesem Weg zurückgewinnen. Für den Prozess benötigen die Mikroorganismen lediglich Sauerstoff, geringe Mengen Nährstoffe und CO2 als Kohlenstoffquelle.
Recycling mit weniger Chemie
Ein großer Vorteil beim Recycling von Elektroschrott ist der Verzicht auf klassische chemische Verfahren. Der biologische Prozess läuft bei moderaten Temperaturen und ersetzt aggressive Chemikalien.
Die eingesetzte Prozesslösung ist mehrfach wiederverwendbar. Dadurch sinken Energieverbrauch und Emissionen deutlich. Die CO2-Bilanz des Recyclings verbessert sich spürbar.
Demonstrationsanlage für Elektroschrott entsteht in Cottbus
Damit das Recycling von Elektroschrott nicht nur im Labor funktioniert, entsteht aktuell in Cottbus eine Demonstrationsanlage. Sie ist Teil eines Strukturentwicklungsprojekts und soll zeigen, dass das biologische Recycling von Elektroschrott industriell skalierbar ist.
Bis Anfang 2027 ist ein quasi-kontinuierlicher Betrieb der Anlage geplant.
Wertvolle Metalle zurückgewinnen
Im Recyclingprozess von Elektroschrott werden neben Kupfer auch Zinn- und Zinkverbindungen abgeschieden. Edelmetalle wie Gold und Silber aus Kontaktstreifen der Leiterplatten können separat erfasst und weiterverarbeitet werden.
Die biologische Prozesslösung wird nach jedem Durchlauf regeneriert und erneut eingesetzt, was den Ressourceneinsatz weiter reduziert.
Industrie und Forschung arbeiten beim Elektroschrott-Recycling zusammen
Die technische Umsetzung des Recyclings erfolgt gemeinsam mit Industriepartnern. Ein Anlagenbauer aus Sachsen realisiert die Anlagentechnik. Ein weiteres Unternehmen untersucht, wie effizient die eingesetzten Bakterien CO2 aufnehmen und umsetzen.
So wird die Forschung direkt in industrielle Anwendungen überführt.
Elektroschrott als Chance für den Strukturwandel
Das neue Recyclingverfahren zeigt, welches Potenzial in Elektroschrott steckt. Die Lausitz kann sich damit als Standort für moderne Kreislaufwirtschaft, nachhaltiges Recycling und klimafreundliche Industrieprozesse positionieren.
Mehr Hintergründe aus Forschung, Innovation und Strukturwandel findet Ihr jederzeit auf radiocottbus.de und im Programm von Radio Cottbus.
























