Thermometer zeigt 2 Grad an, im Hintergrund gerfrorene Pflanzen

Kältehilfe in Cottbus bewährt sich – keine Kältetoten seit Jahren

LIVEBLOGDieser Eintrag war Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Mittwoch, 07. Januar 2026“.Liveblog ansehen

Kältehilfe in Cottbus zeigt Wirkung: In den zurückliegenden Wintern waren in Cottbus/Chóśebuz keine Kältetoten zu beklagen. Möglich macht das eine enge und gut abgestimmte Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, Sozialarbeit und freien Trägern.


Starkes Netzwerk schützt Menschen ohne Obdach

Ein regelmäßiger Austausch zwischen dem Fachbereich Ordnung und Sicherheit, den Bereichen Soziales und Gesundheit sowie Streetworkern des Diakonisches Werk Niederlausitz sorgt dafür, dass Hilfe schnell ankommt. Sobald wohnungslose Menschen bekannt werden, werden sie gezielt aufgesucht.

Dabei werden Unterkunftsangebote, Schlafsäcke, Kleidung und weitere Hilfen bereitgestellt. Gleichzeitig wird geprüft, ob Leistungen zum Lebensunterhalt oder andere Unterstützungen notwendig sind. Die Kältehilfe in Cottbus setzt damit auf frühes Handeln statt spätes Eingreifen.


Stadtmission als feste Anlaufstelle

Ganzjährig stellt die Stadtmission umfangreiche Angebote bereit: Wärmestube, kalte und warme Mahlzeiten, Kleiderkammer, Dusch- und Waschmöglichkeiten, Beratung sowie Streetwork. Gerade in den Wintermonaten ist diese Hilfe für viele Menschen überlebenswichtig.

Bereits seit 1997 gibt es in Cottbus eine zentrale Fachstelle zur Vermeidung und Behebung von Obdachlosigkeit, angesiedelt im Fachbereich Soziales. Durch die Bündelung sozialer, wohnungsbezogener und ordnungsrechtlicher Aufgaben können Zuständigkeitslücken vermieden und Hilfen schneller koordiniert werden.

Zu den Möglichkeiten gehören:

  • Beratung und Begleitung
  • Schuldenübernahmen nach SGB II und XII
  • ordnungsrechtliche Unterbringung
  • Auslösung und Sicherstellung weitergehender Hilfen

Die Zahlen zeigen Erfolg: Räumungsklagen und Zwangsräumungen sind seit Jahren rückläufig.


Wohnungslosigkeit bleibt eine Herausforderung

Trotz erfolgreicher Präventionsarbeit gelten in Cottbus mehrere hundert Menschen als wohnungslos. Zum Stichtag 31.01.2025 wurden 323 Personen statistisch erfasst. Viele von ihnen leben in regulärem Wohnraum mit öffentlich-rechtlicher Zuweisung. Die Zahl der Menschen ohne Obdach, die Notschlafstellen nutzen, ist dagegen deutlich geringer.

Die Notschlafstelle „Obdachlosenhaus“ am Ostrower Damm verfügt über 12 Schlafplätze. In der ersten Woche des Jahres 2026 nutzten bis zu fünf Männer die Einrichtung, weitere sieben Personen wurden in Notfallzimmern untergebracht. Träger ist das Deutsches Rotes Kreuz.


Stadt bittet Bürger um Mithilfe

Um Kältetote weiterhin zu verhindern, bittet die Stadt die Bevölkerung, offensichtlich hilfsbedürftige Menschen im Freien dem Fachbereich Soziales oder der Polizei zu melden. Gleichzeitig gilt: Unterbringung ist keine Zwangsmaßnahme und basiert auf Freiwilligkeit und Menschenwürde.

Autor: Redaktion

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