Der wichtigste Fakt zuerst: Ein neues Stipendium der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL-CT) soll junge Menschen früh an die Region binden und sie auf dem Weg ins Medizinstudium unterstützen. Damit setzt die Lausitz ein klares Zeichen gegen den Ärztemangel – und schafft einen direkten Einstieg für Jugendliche, die den Beruf erst kennenlernen wollen.
Warum das Stipendium jetzt so wichtig ist
Der Ärztemangel trifft die Lausitz besonders hart. Mit dem neuen Stipendium will die MUL-CT Jugendliche gewinnen, die sich für eine medizinische Laufbahn interessieren, aber nach der Schule nicht sofort studieren möchten. Dafür bietet die Universität ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) direkt am Campus an – als Einstieg in den Klinikalltag und als Vorbereitung auf die nächste große Etappe: das Medizinstudium.
So bereitet das FSJ auf das Studium vor
Das FSJ an der MUL-CT ist weit mehr als ein Jahr im Krankenhaus. Die Teilnehmenden erhalten Seminare, Strategietrainings und Materialien, die ihnen die Vorbereitung auf den Medizinertest erleichtern. Besonders FSJler Florian Alex spricht von einem enormen Vorteil: Lernhefte, Trainingsaufgaben und persönliche Begleitung hätten ihm den Zugang zur Prüfungsphase deutlich erleichtert.
Aktuell sind 22 Lausitzer Schülerinnen und Schüler im Programm – und viele beginnen damit schon vor dem Abitur.
Unterstützung statt Geld – und warum das funktioniert
Finanzielle Mittel gibt es nicht, aber etwas Wertvolleres: professionelle Begleitung bis zur Zulassung.
Laut Anika Franze vom Gesundheitscampus Lausitz bietet das Stipendium zusätzliche Bildungsangebote, stärkt die Abiturnote und verbessert die Chancen im Bewerbungsverfahren. Die Jugendlichen werden durchgehend betreut – von der Schule bis zum Studienstart.
Junge Lausitzer berichten von starken Erfahrungen
Für viele verändert das FSJ den Blick auf den Beruf:
- Tamino Vuia: Der Kontakt zu Patientinnen und Patienten hat seine Motivation verstärkt, später Arzt zu werden.
- Polly Seider: Sie hat im Klinikalltag mehr erlebt, als sie erwartet hatte – ihr Interesse am Studium sei dadurch noch größer geworden.
- Florian Alex: Die Praxiserfahrung habe ihn bestärkt, weil er Menschen direkt helfen und Verantwortung übernehmen konnte.
Alle drei wollen sich für ein Medizinstudium bewerben – in Cottbus oder an anderen Standorten. Und sie können sich gut vorstellen, später als ausgebildete Ärzte in die Lausitz zurückzukommen.
Wie das Stipendium langfristig wirken soll
Wenn nur ein Teil der Jugendlichen nach Studium und Ausbildung zurückkehrt, würde das der medizinischen Versorgung in der Region enorm helfen. Die MUL-CT setzt darauf, früh Bindung aufzubauen – mit echter Praxiserfahrung, persönlicher Begleitung und einer klaren Perspektive für die Zukunft.
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