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DGB On Air – Maik Kettlitz von der Gewerkschaft der Polizei

Die Gewerkschaft der Polizei sieht Brandenburgs Polizei vor großen Herausforderungen. Das sagt zumindest Maik Kettlitz. Er ist Landesvorsitzender der Gewerkschaft. Aus Sicht der Gewerkschaft geht es vor allem um mehr Personal auf der Straße, bessere Ausstattung und stärkere Ermittlungsarbeit im digitalen Raum.

Die ganze Stunde haben wir mit Maik Kettlitz gesprochen:

Polizei in Brandenburg soll mehr Personal in die Fläche bekommen

Aus Sicht der Gewerkschaft braucht es wieder mehr sichtbare Polizeipräsenz. Kettlitz verwies darauf, dass Funkstreifenwagen für viele Menschen das direkt wahrnehmbare Gesicht der Polizei seien.

Ziel müsse deshalb sein, mehr Kolleginnen und Kollegen in die Fläche zu bringen – also dorthin, wo sie im Alltag gebraucht werden: in Städten, Landkreisen und auch in kleineren Orten.

Strukturreform soll Ebenen abbauen

Die Polizei in Brandenburg steht nach Angaben von Kettlitz vor einer größeren Strukturreform. Die letzte vergleichbare Reform liege rund 15 Jahre zurück.

Ein bereits entschiedener Punkt sei demnach der Wegfall des Polizeipräsidiums als Verwaltungsebene. Die Gewerkschaft hofft, dass dadurch Personal frei wird, das stärker in den Revieren, bei Funkstreifen und in der Kriminalpolizei eingesetzt werden kann. Damit sollen auch Einsatzzeiten, Erreichbarkeit und Arbeitsbedingungen verbessert werden.

Cyberkriminalität wird zur wachsenden Aufgabe

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Kriminalität im Internet. Aus Sicht der Gewerkschaft verlagern sich Straftaten immer stärker in den digitalen Raum. Das macht Ermittlungen aufwendiger. Es geht um Datenmengen, Handys, Laptops und digitale Spuren. Dafür brauche die Polizei nach Einschätzung von Kettlitz mehr Fachkräfte, bessere Technik und neue Kompetenzen.

Auch grenzüberschreitende Ermittlungen spielten eine immer größere Rolle, weil Kriminalität stärker vernetzt sei.

Überstunden und alte Fahrzeuge belasten den Alltag

Kettlitz sprach auch über die Arbeitsbedingungen der Polizistinnen und Polizisten. Nach seiner Darstellung sind hohe Überstundenkonten keine Ausnahme.

Hinzu kämen Dienstfahrzeuge mit sehr hohen Laufleistungen, Probleme bei Ausstattung, IT und Büroarbeitsplätzen. Viele dieser Punkte wirkten zusammen auf die Stimmung und die Belastung der Beschäftigten.

Die Gewerkschaft sieht sich dabei als Interessenvertretung, die gegenüber Politik und Verwaltung auf Verbesserungen drängt.

Prävention soll wieder stärker werden

Neben Streifendienst und Ermittlungen nannte Kettlitz auch Prävention als wichtigen Bereich. Diese sei in den vergangenen Jahren aus seiner Sicht zu stark zurückgefahren worden.

Die Gewerkschaft will, dass vorbeugende Polizeiarbeit wieder mehr Gewicht bekommt – damit Menschen informiert, geschützt und Straftaten im besten Fall verhindert werden können.

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Autor: Redaktion

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